Entstehung des Erdtrabanten : Der Mond ging aus einem Crash hervor

Neuen Studien stützen die Kollisions-Theorie. Demnach ging der Mond aus einem Zusammenstoß zwischen der Erde mit einem weiteren Himmelskörper hervor.

Künstlerische Darstellung: Erde und Theia kollidieren
Knall im All. Die junge Erde stieß vor 4,5 Milliarden Jahren mit „Theia“ zusammen, der Mond entstand.Abb.: Hagai Perets

Die Entstehung des Mondes treibt Forscher seit Jahrzehnten um. Die meisten favorisieren mittlerweile die Erklärung, wonach die Erde vor Urzeiten mit einem Himmelskörper zusammengeprallt ist und in dessen Folge der Mond herausgeschleudert wurde. Doch nicht alles passt in dieses Bild, daher halten sich auch andere Theorien zur Entstehung des Erdtrabanten. Mehrere Studien im Fachblatt „Nature“ erhellen nun die Entstehungsgeschichte des Mondes. Demnach ist er zwar das Ergebnis einer Kollision, doch offenbar hat er noch eine abschließende Schicht kosmisches Material angesammelt. Das zeigen Unterschiede in den verschiedenen Varianten von Wolfram auf Erde und Mond, die ein deutsches und ein US-Team unabhängig voneinander identifiziert haben.

Zusammenstoß mit dem Protoplaneten "Theia"

Die gängige Theorie geht davon aus, dass vor 4,5 Milliarden Jahren ein Crash der jungen Erde mit einem Protoplaneten von der Größe des Mars zur Entstehung des Mondes geführt hat. Simulationsrechnungen haben jedoch gezeigt, dass der Mond in diesem Szenario im Wesentlichen aus dem Material dieses Einschlagkörpers bestehen sollte, den Astronomen „Theia“ genannt haben.

Das ist aber schwer mit der heutigen chemischen Zusammensetzung des Mondes zu vereinbaren, die jener der Erde weitgehend gleicht. Neue Berechnungen zeigen jetzt, dass sich Theia und die junge Erde wahrscheinlich doch nicht so stark in ihrer Zusammensetzung unterscheiden wie bisher gedacht. Diese Studie von Alessandra Mastrobuono-Battisti vom Israelischen Institut für Technologie in Haifa und Kollegen stützt daher die Einschlag-Theorie.

Unterschiede im Gehalt von Wolfram-Isotopen

Weiterhin haben ein Team um Thomas Krujier von der Universität Münster sowie eine Gruppe um Mathieu Touboul von der Universität von Maryland nun erstmals kleine, aber messbare Unterschiede im Vorkommen verschiedener Wolfram-Varianten (Isotope) zwischen Mond und Erde nachgewiesen. Die Messungen widersprechen nicht der Einschlagtheorie, argumentieren die Forscher. Stattdessen sehen sie darin einen Beleg dafür, dass der junge Mond und die Erde nach dem Einschlag jeweils eine abschließende Schicht kosmisches Material angesammelt haben. Dieses prasselte während eines heftigen Bombardements auf die jungen Himmelskörper ein. (dpa)

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