Erderwärmung : Klimawandel schwächt Malaria

Häufig wird angenommen, dass der Klimawandel die Ausbreitung der Malaria begünstigt. Amerikanische Forscher kommen nun im Fachblatt „Biology Letters“ zu dem umgekehrten Ergebnis.

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Wie die Wissenschaftler von der Pennsylvania State University herausfanden, entwickeln sich die Parasiten bei höheren Temperaturen zwar schneller. Gleichzeitig nimmt aber die Gefahr der Ansteckung ab, weil weniger Sporozoiten gebildet werden. Das sind die ansteckenden Formen des Malariaparasiten.

„Es gibt einen Ausgleich zwischen der Entwicklung des Parasiten und seinem Überleben“, zitiert „Nature“ online den Insektenforscher und Studienautor Krijn Paaijmans. „Wenn man das nicht bedenkt, zieht man die falschen Schlüsse.“ Nach Ansicht der Wissenschaftler könnte Ähnliches für andere Erreger gelten, die von Mücken übertragen werden, etwa für das Dengue-Fieber und das West-Nil-Virus.

Paaijmans und seine Mitarbeiter hielten Malariamücken bei 20, 22, 24 und 26 Grad für fünf bis 14 Tage. Die Insekten waren mit Plasmodium yoelii infiziert, dem Erreger der Malaria bei Nagetieren. Nach dieser Zeit untersuchten die Forscher die Speicheldrüsen und stellten fest, dass sich die Parasiten zwar bei 26 Grad am schnellsten entwickelten, das Malariarisiko aber bei 24 Grad höher war. Das könnte etwa daran liegen, dass der Erreger mit höheren Temperaturen schlechter fertig wird oder dass das Immunsystem der Mücke in der Hitze eher auf Touren kommt. Nach Ansicht der Malariaforscherin Sarah Reece von der Universität Edinburgh zeigt die Studie, dass trotz des großen Interesses am Thema Klimawandel und Malaria bislang wichtige Details über die Wechselbeziehung zwischen Parasit und Mücke übersehen wurden. Die Wissenschaftler wollen den Versuch nun mit menschlicher Malaria wiederholen. Das ist komplizierter.

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