ERDERWÄRMUNG : Kühleffekt der Wälder bleibt offenbar aus

An der Wolkenbildung sind auch Wälder beteiligt. Die Bäume dünsten Monoterpene aus – organische Verbindungen, die auch den typischen Waldduft erzeugen. Die Moleküle sind wichtig für die Bildung von Schwebeteilchen, an denen Wasserdampf einzelne Tropfen somit letztlich große Wolken bilden kann. Deren Einfluss auf die Klimaentwicklung ist zwar nicht ganz geklärt, im Mittel dürften aber mehr Wolken eher kühlend wirken.

Weil Bäume bei höheren Temperaturen mehr Monoterpene freisetzen, gingen Forscher bislang davon aus, dass Wälder im Zuge der Erderwärmung zu mehr Wolken führen.

So einfach scheint es aber nicht zu sein, zeigt ein Team um Astrid Kiendler-Scharr vom Forschungszentrum Jülich jetzt im Fachblatt „Nature“ (Band 461, Seite 381). Bei höheren Temperaturen setzen die Bäume nämlich auch mehr Isopren frei. Die Substanz reagiert mit bestimmten Radikalen, wodurch deren Gesamtmenge in der Luft abnimmt. Weil diese Radikale ebenfalls wichtig für die Entstehung der Schwebeteilchen sind erwarten die Forscher gerade über den großen Waldgebieten Kanadas und Skandinaviens künftig weniger Wolken. Ihren Berechnungen zufolge werden die Wälder bis 2100 nur noch 80 Prozent der heutigen Menge an Schwebeteilchen erzeugen. Diese Daten basieren allerdings auf einfachen Laborversuchen. Für Aussagen zum Klimawandel seien weitere Studien zu möglichen Reaktionen mit anderen Luftbestandteilen sowie zu Auswirkungen im globalen Maßstab nötig, schreibt Paul Ziemann von der Universität Riverside in einem Kommentar. nes

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