Ersatz für Shuttles : Private Firmen könnten Astronauten ins All bringen

Nicht nur die langfristig geplanten Flüge zu Mond und Mars bereiten den Experten Kopfzerbrechen. Wenn die Nasa im Herbst 2010 die Shuttles stilllegt, sind die russischen Sojuskapseln die einzige Möglichkeit, um Astronauten zu Internationalen Raumstation ISS zu bringen. Zwar ist die russische Technik robust und zuverlässig, doch in die Kapseln passen nur drei Raumfahrer, ins Shuttle aber sieben – und die haben dann noch einen großen Gepäckraum zu Verfügung. Darüberhinaus sind auch in der Raumfahrt Monopole mit zusätzlichen Risiken verbunden.

Das Expertenteam, das derzeit die Nasa-Programme prüft, empfiehlt daher, die Raumfähren mindestens bis 2011 weiter zu betreiben und so den Ausbau der Station zu sichern. Um die Lücke zwischen dem letzten Shuttlestart und dem ersten Astronautenflug mit der Ares-1-Rakete zu schließen, der je nach Finanzlage 2015 bis 2018 erfolgen dürfte, werden verschiedene Varianten geprüft. Eine sieht vor, kommerzielle Raumfahrtunternehmen stärker zu unterstützen und so möglichst bald einen alternativen „Lift“ in den Orbit zu bekommen. Das könnte auch die europäische Ariane-Rakete sein. Noch in diesem Jahr soll der neue Nasa-Chef Charles Bolden den Startplatz Kourou in Französische-Guayana besuchen. Die Ariane 5 kann bis zu 20 Tonnen Fracht in eine erdnahe Umlaufbahn bringen. Ein Personentransport ist bisher nicht geplant. Dem Astronauten Thomas Reiter zufolge wäre es aber relativ leicht, das geplante „Orion“-Raumschiff der Amerikaner an die Ariane anzupassen. Eine Kooperation mit China, das bereits bemannte Flüge gestartet hat, erscheint derzeit unrealistisch. nes

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