Wissen : Erster Einsatz neuartiger Stammzellen Britische Behörden erlauben Test an Patienten

Zum ersten Mal darf eine Klinik außerhalb der USA embryonale Stammzellen in Menschen einsetzen. Ärzte an einem Londoner Augenhospital wollen diese Zellen in die Augen von zwölf Patienten schleusen, die an der bislang unheilbaren Krankheit Morbus Stargardt leiden, teilten das US-Biotechnologieunternehmens Advanced Cell Technology (ACT) und das Londoner Moorfields Eye Hospital mit. Es solle zunächst geprüft werden, ob die Verwendung von solchen Ersatzzellen für die Netzhaut sicher sei. Die britischen Behörden hatten ihre Zustimmung zu dem in Europa bisher nicht dagewesenen Test gegeben.

Das Ärzteteam in London hofft, mithilfe der Zellen einen Prozess im Auge der an Morbus Stargardt Erkrankten zu verlangsamen, zu stoppen, oder sogar rückgängig zu machen, der langfristig zur Erblindung führt. Es handelt sich dabei um einen genetischen Defekt, bei dem langsam bestimmte Zellen in den Netzhaut absterben. Von der Diagnose sind vor allem junge Menschen betroffen, der Prozess wird häufig zwischen dem 10. und 20. Lebensjahr festgestellt.

Bei den Tests, die in den kommenden Monaten beginnen sollen, geht es aber zunächst um die generelle Verträglichkeit und Sicherheit der Therapie, betonte das Hospital. Zugelassen werden sollen nur Teilnehmer in einem schweren Krankheitsstadium, die bereits fast vollständig erblindet sind. Die Zellen würden in einer etwa einstündigen Operation mit einer dünnen Nadel eingespritzt, hieß es. Es gebe großes Potenzial, dass auch Menschen, die an altersbedingter Abnutzung litten, in Zukunft geholfen werden könne, sagte James Bainbridge, der die Tests vornehmen wird.

In Deutschland ist die Verwendung embryonaler Stammzellen nur zu Forschungszwecken gestattet. Ihre Gewinnung ist hierzulande verboten. Forscher dürfen nur importierte Zellen verwenden und auch das nur mit besonderer Genehmigung. dpa

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