Wissen : Essen gut gewürzt – vor 6100 Jahren

Schon vor 6100 Jahren würzten Menschen an der Ostseeküste im heutigen Schleswig-Holstein und in Dänemark ihre Speisen mit Kräutern. Das ergaben Untersuchungen von prähistorischen Kochtöpfen aus Ton. Die Steinzeitmenschen verwendeten Knoblauchsrauke als Gewürz, eine zu den Kreuzblütlern gehörende Pflanze mit pfeffrig-knoblauchähnlichem Geschmack. Sie ist in Europa weit verbreitet, war noch im Mittelalter beliebt und geriet dann in Vergessenheit. Gegenwärtig erlebt sie eine Renaissance. Ein Team europäischer Wissenschaftler identifizierte Überreste des Krautes anhand von Phytolithen in Nahrungsmittelüberresten, wie die Forscher im Fachblatt „Plos One“ berichten. Mikroskopisch kleine Phytolithen („Pflanzensteine“) sind Siliziumverbindungen, die die Pflanze aus dem Boden gewinnt, um zum Beispiel ihre Stängel fester zu machen. Das Kochgeschirr stammt aus der Zeit des Übergangs von Jäger- und Sammlerkulturen hin zu ackerbautreibenden Gemeinschaften. Offenbar diente das Kraut dazu, Fleisch- und Fischmahlzeiten einen gewissen Pfiff zu verleihen. wez

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