Wissen : Ethikrat: Mehr Schutz für Embryonen

Angesichts der rasanten Entwicklung in der biomedizinischen Forschung bis hin zur möglichen Erzeugung von Mensch-Tier-Mischwesen plädiert der Deutsche Ethikrat für eine Erweiterung des Embryonenschutzgesetzes, da die Artgrenze infrage gestellt werde. Das schon bestehende Verbot, menschliche Embryonen auf ein Tier zu übertragen oder Chimären zu erzeugen, sollte ausgeweitet werden um das Verbot der Übertragung tierischer Embryonen auf den Menschen, heißt es in der am Dienstag in Berlin veröffentlichten Stellungnahme.

Eine Arbeitsgruppe des Ethikrates hatte in zweijähriger Arbeit die Empfehlungen zum Thema „Mensch-Tier-Mischwesen in der Forschung“ erstellt. Hintergrund sind unter anderem Versuche, aus menschlichen Stammzellen gewonnene Nerven-Vorläuferzellen in das Gehirn von Versuchstieren – darunter auch Menschenaffen oder Schimpansen – zu übertragen, um Krankheiten wie Alzheimer-Demenz und Morbus Parkinson zu erforschen und später vielleicht auch behandeln zu können.

Durch solche oder andere Experimente werde die biologische Artgrenze zwischen Mensch und Tier immer mehr infrage gestellt, heißt es in der Stellungnahme. Unter anderem fordert der Ethikrat konkret ein Verbot der Schaffung „von transgenen Mensch-Tier-Mischwesen mit Menschenaffen“ wie auch „die Einfügung hirnspezifischer menschlicher Zellen in das Gehirn von Menschenaffen“. dpa

Die Stellungnahme im Internet:

www.ethikrat.org