Wissen : EU will mehr Austausch für Studierende Auslandsstipendien sollen verdoppelt werden

Die EU-Kommission will mehr Studierenden, Auszubildenden und Lehrkräften Stipendien für Auslandsaufenthalte gewähren. In den Jahren 2014 bis 2020 sollten für das Erasmus-Programm 19 Milliarden Euro ausgegeben werden, schlug die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel vor. Das sind 70 Prozent mehr als bisher. Damit könnten Stipendien für rund fünf Millionen Menschen bezahlt werden, doppelt so viele wie bisher. Mit dem Programm „Erasmus für alle“ werden Menschen unterstützt, einen Teil ihres Bildungswegs im Ausland zu absolvieren.

Die EU-Kommission möchte die Zahl der Studierenden, die vom Erasmus-Programm profitieren, von 1,5 auf 2,2 Millionen erhöhen. Auf rund 735 000 solle die Zahl der Auszubildenden und Berufsschüler mit Erasmus-Auslandsaufenthalten verdoppelt werden. Etwa eine Million Lehrer und Ausbilder – statt bislang 600 000 – sollten ebenfalls solche Aufenthalte absolvieren können. Mit „Erasmus für alle“ will die EU-Kommission die derzeit existierenden sieben Programme vereinigen, die bisher Auslandsaufenthalte bezuschussen.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) veröffentlichte unterdessen eine Studie zur Mobilität der deutschen Studierenden, deren Inhalte bereits im September bekannt geworden waren. Danach haben 2011 25 Prozent aller Studierenden in einem Erst- und einem weiterführenden Masterstudium bereits einen studienbezogenen Auslandsaufenthalt absolviert. An Universitäten liegt der Anteil bei 26 Prozent, an Fachhochschulen bei 20 Prozent.

Unter den Bachelor-Studierenden im 7. und 8. Semester sind es an den Universitäten sogar 34 Prozent, die einmal im Rahmen ihres Studiums im Ausland waren. Offenbar würde für einen Auslandsaufenthalt eine kleine Überschreitung der Regelstudienzeit in Kauf genommen, heißt es. Beobachtet werde aber auch, dass Bachelor-Studierende insgesamt früher und „durchschnittlich wesentlich kürzer“ ins Ausland gehen würden als es in den Diplom- und Magisterstudiengängen der Fall war. KNA/tiw

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