Wissen : Extremismus: Schulen sollen aufklären

Die SPD-Bildungspolitikerin Eva-Maria Stange appelliert an die Kultusminister der Länder, an den Schulen intensiver über den aktuellen Rechtsextremismus aufzuklären. „Nach der Aufdeckung der Mordserie der Zwickauer Neonazi-Zelle muss die Kultusministerkonferenz (KMK) das Thema dringend auf die Tagesordnung setzen“, sagte die Vorsitzende der sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft für Bildung der Nachrichtenagentur dpa. „Die Minister müssen überprüfen, ob in den einzelnen Ländern Schulen und Lehrer ausreichend darauf vorbereitet sind, sich mit Schülern über Rechtsextremismus und Rassismus auseinanderzusetzen.“ Insgesamt seien Lehrer in ihrer Ausbildung zu wenig mit dem Thema konfrontiert, sofern sie nicht Gemeinschaftskunde unterrichteten. Auch fehle es an Weiterbildungsangeboten.

So gebe es in Sachsen, wo der NDP mithilfe der Stimmen vor allem junger Männer 2009 der Wiedereinzug in den Landtag gelang, ein einziges Fortbildungsprogramm – und zwar nur für Geschichts- und Gemeinschaftskundelehrer. „Wichtig wäre eine schulinterne Fortbildung, in der alle Lehrkräfte wenigstens Grundkenntnisse erhalten über rechtsextremistische Symbole, Organisationsstrukturen oder die Frage, was rechtlich relevant ist“, sagte Stange. Die SPD-Politikerin plädierte zudem für mehr Schulsozialarbeiter als „Seismografen“.

„Man muss systematisch wichtige Projekte der Prävention identifizieren und sie nachhaltig finanzieren“, fordert der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), Thomas Krüger. Die Bundeszentrale für politische Bildung unterstütze aus diesem Grund das Projekt „Online-Beratung gegen Rechtsextremismus“ als Anlaufstelle für Lehrer und Eltern. dpa

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