Exzellenzinitiative : Fünf neue Unis können zur Elite aufsteigen

Bis zu fünf weitere Unis können 2012 den Elitestatus erhalten. Das ist ein Kern der Ausschreibung für die zweite Runde der Exzellenzinitiative, die am Freitag die Deutsche Forschungsgemeinschaft und der Wissenschaftsrat veröffentlichten.

von

Damit wurde amtlich, worauf sich Bund und Länder mit den Wissenschaftsorganisationen bereits vor einem Jahr im Grundsatz geeinigt hatten. Die ersten Bewerbungen müssen die Unis im Herbst einreichen, die Entscheidungen fallen 2012. Die Förderung dauert bis 2017, die zweite Runde ist mit 2,7 Milliarden Euro finanziert.

Derzeit werden neun Unis, darunter die Freie Universität Berlin, für ihr Zukunftskonzept mit dem Elitestatus gefördert. Angestrebt wird, dass „bis zu fünf Neuanträge“ in der nächsten Runde den Zuschlag bekommen. Maximal 12 Unis sollen mit ihren Zukunftskonzepten insgesamt gefördert werden. In diesem Szenario würden zwei der bisherigen Eliteunis absteigen.

Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) und Berlins Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner (SPD) betonten, dass die Lehre nun auch eine Rolle bei der Kür der Eliteuniversitäten spielen soll. Allerdings klingen die Kriterien, die in der Ausschreibung zu diesem Punkte genannt werden, etwas schwammig. Verbindlich müssten die Hochschulen nur erklären, wie sich ihre Maßnahmen für die Forschung positiv auch auf die Lehre auswirken und wie sie „nicht intendierten Effekten“ auf die Lehre zu begegnen gedenken. Anders als erwartet, ist dagegen nicht vorgeschrieben, dass sie auch ein Konzept eigens für forschungsorientierte Lehre einreichen müssen. Tatsächlich sei die Abgabe eines solchen Konzeptes „freiwillig“, bestätigte der Wissenschaftsrat auf Anfrage. Abzuwarten bleibt, ob eine Universität, die ohne ein Lehrkonzept antritt, abgewertet wird.

Erneut gefördert werden Forschungscluster (fachübergreifende Projekte) und Doktorandenschulen. Ihre Größe soll flexibler ausfallen als bisher: Cluster sind jetzt mit drei bis acht Millionen Euro pro Jahr dotiert, Graduiertenschulen mit ein bis 2,5 Millionen Euro. Universitäten, die den Elitestatus anstreben, müssen wie bisher mindestens ein Cluster und eine Graduiertenschule vorweisen können. Das wird künftig aber einfacher gemacht, weil Unis für Cluster und Schulen gemeinsame Anträge einreichen können, die beiden für den Elitestatus angerechnet werden. Ein gemeinsamer Antrag für den Elitestatus, wie ihn der scheidende TU-Präsident Kurt Kutzler für Berlin ins Gespräch gebracht hatte, ist nicht vorgesehen.

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben