Fachkräftemangel : Wulff versucht für Technik zu begeistern

Was tun gegen den Ingenieurmangel? Bundespräsident Wulff spricht an der TU über das große Problem des Fachkräftemangels.

Maximilian Klose
An der Uni angekommen. Technische Begabungen müssen bereits in der Schule gefördert werden, forderten Experten. Foto: pa/dpa
An der Uni angekommen. Technische Begabungen müssen bereits in der Schule gefördert werden, forderten Experten. Foto: pa/dpaFoto: picture-alliance/ dpa

Wo ist Deutschlands Ingenieurnachwuchs? Der Mangel an Technikern gilt als eines der großen Probleme für die Zukunft der Wirtschaft. Von Jahr zu Jahr gehen mehr Fachkräfte in den Ruhestand als ausgebildet werden. Schon heute fehlen rund 50 000 Ingenieure jährlich.

Wie mehr junge Menschen für den Ingenieursberuf gewonnen werden können, diskutierten Vertreter von Schulen, Universitäten und Wirtschaft am Mittwoch an der Technischen Universität Berlin. Das Grußwort sprach Bundespräsident Christian Wulff. „Denken Sie nur an die großartigen Perspektiven, die sich aus den grünen Technologien ergeben“, appellierte Wulff an die Studierenden und Professoren der TU. Dass sich gerade junge Menschen dafür begeisterten, spreche für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands. Von Universitäten und Fachhochschulen forderte Wulff, die künftigen Fachkräfte „forschungsnah und interdisziplinär“ auszubilden.

Anlass der Veranstaltung war die Buchveröffentlichung des ThyssenKrupp-Vorstandsvorsitzenden Ekkehard Schulz. Unter dem Titel „55 Gründe, Ingenieur zu werden“ will er das spröde Image seines Berufsstandes aufbessern. Technikbegeisterung müsse schon im Kindergarten geweckt werden, sagte Schulz an der TU. Kinder sollen Technik nicht nur ansehen, sondern auch anfassen dürfen. Ursula Gather, Rektorin der TU Dortmund, kritisierte, dass technische Begabungen in den Grundschulen nicht genug gefördert werden. Dies sei vor allem ein Problem der Lehrerausbildung, sagte Grundschullehrerin Ines Nolte von der Regenbogenschule in Duisburg. Sie sei in ihrem Studium „nie mit Technik in Berührung gekommen“. Einig war man sich auf dem Podium, dass es auch in der Sekundarstufe anschauliche Technikprojekte geben müsse, der Ingenieurberuf sollte Schülern bis zum Abitur hin schmackhaft gemacht werden.

„Das größte Nachwuchspotenzial besteht bei jungen Frauen“, schreibt Schulz. „Höchste Zeit, Impulse in die männlich dominierte Ingenieurwelt zu tragen.“ Doch bislang sind bundesweit erst neun Prozent der Stellen für Ingenieure mit Frauen besetzt – und sie verdienen zudem noch immer im Schnitt 17 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.

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