Wissen : „Fakultäten bei Berufungen entmachtet“

Der Deutsche Hochschulverband (DHV) kritisiert die Entmachtung der Fakultäten bei Berufungen. Immer häufiger verzichteten Hochschulleitungen darauf, Professuren auszuschreiben. Sie führten „(graue) Vorverhandlungen“ mit mehreren Kandidaten, auf deren Basis sie dann den Ruf erteilten, heißt es in einer Erklärung. Planstellen mit der Besoldung W3 würden gleichwohl nur mit der Ausstattung einer W2-Stelle versehen, bis der oder die Neuberufene die Zielvereinbarungen erfüllt habe. Dabei müssten die Berufungsverhandlungen nach dem erteilten Ruf geführt werden. Die Entscheidung über die Kandidaten für eine Medizinprofessur werde mittlerweile fast nur noch von der kaufmännischen Klinikleitung anstatt von den Fakultäten getroffen. Auf Basis des niedersächsischen Hochschulgesetzes habe die Universität Lüneburg 40 Professuren von einer externen Berufungskommission besetzen lassen, ohne Beteiligung der Fakultäten. Dies sei „vollständig inakzeptabel“.

Der Hochschulverband kritisiert auch, dass verschiedene Länder planen, Professoren zur Rückzahlung ihrer Ausstattung zu verpflichten, sollten sie schon kurz nach ihrem Amtsantritt an eine andere Hochschule wechseln. akü

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