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Fehlalarm auf der ISS : Nach Verdacht auf Ammoniak-Leck: Astronauten kehren zurück

Alarm im All: Am Mittwoch gab es den Verdacht eines gefährlichen Ammoniakaustritts. Am Abend stand fest, es war ein Fehlalarm. Die Crew durfte wieder zurück ins US-Segment.

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Ein Archivbild der Internationalen Raumstation ISS.
Ein Archivbild der Internationalen Raumstation ISS.Foto: Nasa/dpa

Nach einem Alarm auf der Internationalen Raumstation (ISS) am Mittwoch musste die sechsköpfige Crew im russischen Teil Schutz suchen. Gegen 10 Uhr (MEZ) schlugen die Sensoren im amerikanischen Teil an: möglicherweise sei Ammoniak ausgetreten. Das Gas ist Teil der Klimaanalage und neben Feuer und Druckverlust die größte Gefahr für die Astronauten. Wie die Nasa mitteilte, zogen sie Atemmasken über, suchten das russische Segment auf und schlossen die Verbindungsluke.

Crew in guter Verfassung

„Die Crew hat die Masken abgesetzt und ist in guter Verfassung“, sagte ein Nasa-Sprecher am Nachmittag. Die verfügbaren Daten konnten den Verdacht eines Ammoniaklecks weder belegen noch ausschließen. Ebenso sei denkbar, dass die Sensoren einen Fehlalarm ausgelöst hätten oder ein Verbindungsrelais für die Datenübertragung. Diese Vermutung erscheint nach Einschätzung der Fachleute immer logischer.

Am Abend gaben die Stationsmanager am Boden endgültig Entwarnung. Offensichtlich handelte es sich um einen Fehlalarm, ausgelöst durch einen Defekt in der Datenübertragung. Daraufhin durften die Raumfahrer – unter ihnen die italienische Astronautin Samantha Christoforetti – ins US-Segment zurückkehren. Sie schwebten zunächst mit Schutzmasken in die Module und nahmen Luftproben. Darin war jedoch kein Ammoniak enthalten, bald darauf konnten sie die Masken abnehmen. Am Morgen zeigten die Bordsysteme weiter: Alles in Ordnung. Die Crew nimmt ihren gewohnten Tagesablauf in Angriff.

Solche Notfälle werden trainiert

Während der Vorbereitung auf eine ISS-Mission werden solche Notfälle mehrfach trainiert, damit die Crew die Nerven behält. Auch der deutsche Astronaut Alexander Gerst hat vor seinem Start ein umfassendes Programm mit zahlreichen simulierten Notfällen absolviert.

So soll es denn auch am Mittwoch gewesen sein. Laut Nasa herrschte „keine Panik.“

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