Ferngesteuertes Trinkbedürfnis : Zwei Schalter für den Durst im Gehirn

Durst kann ein quälend intensives Gefühl sein. Jetzt haben Forscher die dafür zuständigen Zellen im Hypothalamus entdeckt.

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Je nach Reservepolster können Menschen wochenlang ohne etwas zu essen auskommen. Ohne Wasser ist in der Regel schon nach wenigen Tagen Schluss. Nicht zuletzt deshalb macht der Körper dem Menschen mit einem quälenden Durstgefühl klar, dass er schleunigst etwas trinken sollte. Wie diese Empfindung produziert wird, war bislang allerdings unbekannt. Jetzt haben Forscher der New Yorker Columbia Universität zwei Gruppen von Nervenzellen im Hypothalamus entdeckt, die bei Mäusen den Durst wecken und stillen, schreiben sie im Fachblatt „Nature“.

Ein- und Ausschalterzellen für den Durst

Schon länger ist bekannt, dass Durst im Hypothalamus reguliert wird, wie viele andere nicht willentlich kontrollierbare, vegetative Körperfunktionen. Dort befindet sich das Subfornikalorgan, das als Durstkontrollzentrum im Verdacht stand. Dem Forscherteam von Charles Zuker gelang es jetzt mithilfe gentechnischer Tricks, verschiedene Areale dieses Organs gezielt zu stimulieren. Indem Zuker lichtsensible Gene ins Erbgut der Mäuse schleuste, konnte er per Laserimpuls einzelne Nervenzellen so anregen, dass sie mit einem Nervenimpuls reagierten.

Aktivierte Zuker in dem Organ bestimmte CAMKII-Neuronen, löste er bei den Tieren Durst aus - was die Forscher daran maßen, dass die Tiere sofort zum Trinknapf liefen und zwar unabhängig davon, ob sie zuvor bereits viel oder wenig getrunken hatten. Die Tiere soffen sogar mehr als nötig, wenn Zuker das Signal nicht abschaltete – bis zu acht Prozent ihres eigenen Körpergewichts binnen 15 Minuten. Stimulierte Zuker eine zweite Gruppe von Zellen, die Vgat-Zellen, unterdrückte er den Durst der Tiere. Sie gingen 80 Prozent seltener als üblich zum Trinknapf.

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