Wissen : Feste Bindungen zählen

Psychoanalytiker: Risiken für Kleinkinder in Kitas

Die Deutsche Psychoanalytische Vereinigung (DPV) warnt davor, die Diskussion über den geplanten Ausbau der Krippenbetreuung für Kinder unter drei Jahren „nur auf demografische, bildungs- und arbeitmarktpolitische Aspekte“ zu konzentrieren. Psychoanalytiker hätten in ihrer täglichen Praxis ständig mit den „Tiefenwirkungen“ und Langzeitfolgen kindlicher Entwicklungsbedingungen zu tun. In der besonders sensiblen Phase der frühkindlichen Entwicklung seien regelmäßige ganztägige Trennungen von den Eltern eine besondere psychische Belastung für Kinder.

Die Bindung an eine feste Bezugsperson sei gerade in den ersten 36 Lebensmonaten besonders wichtig, um das „Urvertrauen“ des Kindes zu bilden. Umgebungswechsel und Trennungen von den Eltern müssten so langsam gestaltet werden, dass das Kind mit der neuen Umgebung und der neuen Betreuungsperson ohne Verlustangst vertraut werden kann. Ein „fühlbar gutes Verhältnis zwischen Eltern und Betreuerin“ helfe dem Kind, sich angstfrei der neuen Situation anzuvertrauen. An der kindlichen Reaktion auf die Trennung – zum Beispiel verzweifeltes Weinen – könne man seelische Überforderung erkennen. Auch Kinder, die nicht protestierten, könnten manchmal seelisch überlastet sein, ohne dass dies unmittelbar zu erkennen sei.

Auch das Tagesmuttermodell sei trotz der erhofften individuelleren Betreuung besonders konfliktreich. In vielen Fällen müsse die Tagesmutter gewechselt werden oder es gebe Spannungen zwischen Mutter und Tagesmutter. Auch seien Tagesmütter auf ihre Aufgabe pädagogisch nicht gut vorbereitet. Tsp

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