Wissen : Feste Stellen für alle an der Uni Nachwuchsforscher fordern Perspektiven

Nur Wissenschaftler mit guten Arbeitsbedingungen und einer beruflichen Perspektive können exzellente Arbeit leisten. Das ist die Botschaft des „Templiner Manifests“ von wissenschaftlichen Mitarbeitern und Doktoranden, das die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Montag in Berlin vorstellte. Die Gruppe, die das Manifest jetzt im brandenburgischen Templin bei einer Wissenschaftskonferenz der GEW erarbeitete, fordert eine Reform der Personalstruktur. Zu den Erstunterzeichnern gehören auch die Bundestagsabgeordneten Ulla Burchardt (SPD, Vorsitzende des Bildungsausschusses), Swen Schulz (SPD), und Kai Gehring (Grüne).

Schon während der Promotion sollten Nachwuchswissenschaftler angestellt sein, heißt es. Doktoranden müssten zudem verlässliche berufliche Perspektiven erhalten: Der vielfach für Juniorprofessuren geforderte „Tenure Track“ sollte allen Promovierten offenstehen und auch unterhalb der Professur auf eine unbefristete Stelle an der Hochschule oder an einem außeruniversitärem Institut führen.

Daueraufgaben in Forschung und Lehre müssten mit Dauerstellen erfüllt, Lehrbeauftragte lediglich „zur Ergänzung des Lehrangebots“ eingesetzt werden. Wo sie reguläre Lehr- und Prüfungsaufgaben wahrnehmen, sollten Lehrbeauftragte sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse erhalten. Eine große Zahl neuer Stellen müsste ohnehin für den Ausbau von Hochschulen geschaffen werden. So würden mehr Studienplätze entstehen und ein besseres Betreuungsverhältnis gewährleistet werden. Bei der Besetzung von Stellen müsse es eine verbindliche Frauenquote geben – auch für Professuren und andere Leitungsaufgaben.

In dem Manifest wird erneut das Wissenschaftszeitvertragsgesetz von 2007 kritisiert, nach dem keine Mindestvertragsdauer ausgehandelt werden dürfe. Diese Tarifsperre müsse gestrichen werden, um etwa Laufzeiten von nur einem halben Jahr zu verhindern, hieß es. -ry

Das Templiner Manifest im Internet:

www.gew.de/GEW-Wissenschaftskonferenz.html

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