Reine Formsache - Folge 4 : Fettarm ist nicht der beste Weg

Öl ist Fett, doch deshalb nicht ungesund - ganz im Gegenteil. Welche Fette wirklich gut sind, weiß Dr. Ute Gola.

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Dr. Ute Gola ist Ernährungsmedizinerin in Pankow. Sie weiß, was gesund ist und was dick macht.
Dr. Ute Gola ist Ernährungsmedizinerin in Pankow. Sie weiß, was gesund ist und was dick macht.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Lieber keine Butter, kaum Margarine, möglichst wenig Öl verwenden und besser auf Halbfettprodukte umsteigen? „Diese Art fettarmer Ernährung ist out“, sagt Ute Gola vom Institut für Ernährung und Prävention. Denn Fett sei ein guter Energielieferant, besser noch als Eiweiß und Kohlenhydrate. Und es halte lange satt. Weniger als 60 bis 80 Gramm pro Tag sollten es nicht sein.

Hochwertige Öle schützen vor Mangel. Ohne sie fehlen dem Organismus vor allem Vitamin E und die wichtigen ungesättigten Fettsäuren. Die Rede ist nicht von hoher Fett-Dosierung. Gute zwei Esslöffel Öl am Tag seien für die Zubereitung von Mahlzeiten okay, sagt Ute Gola. Wichtig ist die Qualität. Leinöl favorisiert sie wegen der Omega-3-Fettsäuren, beim Sport wichtig für die Regeneration der Muskeln. Walnuss- und Sonnenblumenöl schneiden bei Vitamin E und den essenziellen Fettsäuren auch gut ab. Olivenöl liefert einfach ungesättigte Fettsäuren, aus denen die Hälfte der täglichen Fettzufuhr stammen sollte.

Gute Butter muss sich niemand verkneifen

„Noch besser als Öl sind aber Nüsse“, sagt Ute Gola. Vor allem Mandeln und auch Walnüsse seien reich an Vitamin E. Wer weder Öle noch Nüsse mag, kann auf hochwertige Margarine zurückgreifen. „Die ist heutzutage qualitativ gut.“ Von Halbfettmargarine rät sie ab – wegen der Zusatzstoffe. „Lieber die vollfette dünner aufs Brot streichen.“ Reich an Omega-3-Fettsäuren sind übrigens Fischsorten wie Hering, Makrele und Lachs.

Butter muss sich niemand verkneifen, sagt Ute Gola. „Gut und gehaltvoll muss sie sein.“ Wie kalorienreich die Stulle ist, hängt eher davon ab, was obenauf liegt. „Früher war Butter ein Brotbelag und kein Klebstoff zwischen Brot und Wurst“, sagt die Ärztin. Also: Tomaten, Gurken oder Schnittlauch drauf statt Butter unter den Käse. „Das sind viel zu viele gesättigte Fette auf einmal.“

Und – ein Lob der Schmalzstulle: Nicht mal Gänse- und Entenfett muss man sich verkneifen. Schonend ausgelassen blieben wertvolle ungesättigte Fettsäuren erhalten, sagt Gola. Dieses Schmalz sei, anders als gehärtetes Würfelschmalz, bei Zimmertemperatur weich.

Meiden sollte man gehärtete pflanzliche Fette, die länger haltbar sind. Beim Erhitzen entstehen künstliche Transfettsäuren, die in Verdacht stehen, Herz und Gefäße zu schädigen. Gehärtete Fette stecken in ziemlich vielen Lebensmitteln, unter anderem in Produkten, die mit Backfetten hergestellt werden. Also: Pommes, Kekse und süße Teilchen lieber selber machen.

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