Wissen : „Föderalismus zementiert Unterschiede“

Die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) der Bundesregierung fordert ein Ende des Kooperationsverbots. Der föderale Wettbewerb im Bildungssystem könne dazu führen, dass regionale Unterschiede in der Ausstattung der Schulen und Hochschulen „aufgrund finanzieller Engpässe auf Dauer zementiert werden“, schreiben die sechs Wirtschaftswissenschaftler der EFI-Kommission in ihrem Jahresgutachten 2013, das am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. Der Ausbau als Innovationsstandort sei gefährdet, wenn Deutschland weiterhin etwa bei internationalen Leistungsvergleichen unter Grundschülern nur im Mittelfeld liege.

Dringend notwendig seien politische Konzepte für die zusätzliche finanzielle Förderung der Spitzenforschung an Unis nach dem Auslaufen der Exzellenzinitiative im Jahr 2017. Im Frühjahr will der Wissenschaftsrat dazu eine Empfehlung aussprechen. Die Experten fordern zudem eine bessere Gleichstellung von Frauen und empfehlen die Einführung von Quoten für Führungspositionen in Wissenschaft und Wirtschaft. Insbesondere in den Ingenieurwissenschaften müsse eine stärkere Beteiligung von Frauen im Studium, im Beruf und bei der Besetzung von Professuren sichergestellt werden. Darüber hinaus solle das Wissenschaftsfreiheitsgesetz, das außeruniversitären Forschungseinrichtungen größere Autonomie in Finanz- und Personalfragen gibt, auf die Hochschulen ausgeweitet werden.

Auch die im Koalitionsvertrag von Union und FDP angekündigte steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung müsse endlich eingeführt werden. Die Kommission sieht ihr Gutachten als Prüfstein der Forschungs- und Innovationspolitik der Bundesregierung vor den Bundestagswahlen im Herbst. -ry

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