Forschung : Antikörper machen HIV unschädlich

Forschern ist es gelungen, aus dem Blut von HIV-Infizierten zwei Antikörper zu isolieren, die mehr als 90 Prozent der bekannten HIV-Stämme unschädlich machen.

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Das sei wichtig für die Suche nach einem Impfstoff gegen das Aidsvirus HIV, schreiben die US-Wissenschaftler im Fachblatt „Science“.

Nicht alle Infizierten reagieren gleich auf das Aidsvirus. Während es bei manchen nur zwölf Monate dauert, bis sie an der Immunschwäche erkranken, können andere mehr als 20 Jahre ohne HIV-Therapie leben, ehe sich die Krankheit ausbildet. „Ihr Immunsystem schafft es in dieser Zeit offenbar, das Virus in Schach zu halten“, sagt Philip Goulder, Aidsforscher an der Universität Oxford.

Der entscheidende Vorteil liegt in bestimmten Antikörpern. Grundsätzlich werden die zwar von jedem Menschen produziert, aber weil das Virus sich ständig verändert, hinkt das Immunsystem meist einen Schritt hinterher. „HIV gibt es noch nicht sehr lange in der menschlichen Population. In dieser kurzen Zeit ist das Virus extrem erfolgreich darin gewesen, den natürlichen Schutzmechanismen des Immunsystems zu entkommen“, sagt Goulder. Bei einigen Menschen jedoch entstehen Antikörper, die einen Teil des Virus erkennen, der so wichtig ist, dass er kaum verändert werden kann. Sie könnten der Schlüssel für ein Medikament oder einen Impfstoff sein.

Zwei dieser Antikörper, VRC01 und VRC02, haben die Forscher aus dem Blut herausgefischt. Die Antikörper verdecken eine wichtige Stelle des Moleküls gp120 auf der Oberfläche von HIV. Gp120 bindet an das Molekül CD4 auf menschlichen Zellen. Es ist der Schlüssel, mit dem das Virus sich Zugang zu den Zellen verschafft.

Die Forscher sind dabei, einen Impfstoff herzustellen. Sie hoffen, dass dieser dem Immunsystem aller Menschen beibringen kann, Antikörper wie VRC01 und VRC02 herzustellen. kkp

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