Forschung : Neanderthaler waren schlauer als bisher gedacht

Die Vorfahren des Menschen galten bislang als schlauer als die Neanderthaler. Deshalb hätten sie überlebt, während die Neanderthaler ausstarben, so die Annahme. Eine neue Studie stellt diese nun in Frage.

Neanderthaler
Gar nicht mal so blöd: der Neanderthaler. -Foto: ddp

LondonNeanderthaler waren laut einer wissenschaftlichen Studie schlauer als sie bislang dargestellt wurden. Wie Forscher aus Großbritannien und den USA herausfanden, produzierten sie offenbar genauso gute Werkzeuge wie die direkten Vorfahren des Menschen.

Die neue Studie, die am Dienstag im Fachmagazin "Journal of Human Evolution" veröffentlicht wurde, stellt die allgemeine Annahme in Frage, menschliche Vorfahren hätten sich langfristig mit ausgefeilteren Herstellungstechniken gegen die Neanderthaler durchgesetzt. Das Ergebnis der Studie fordere neue Ansätze, das Verschwinden der Neanderthaler vor 28.000 Jahren zu erklären, nachdem sie bereits 10.000 Jahre Seite an Seite mit den direkten menschlichen Vorfahren gelebt hatten.

Forscher vermutet stärkeren Zusammenhalt bei Homo sapiens

Das Forscherteam von Universitäten in Großbritannien und den USA stellte Daten über die verschiedenen Werkzeuge nebeneinander. Sie verglichen die Anzahl der produzierten Instrumente und der Schneideutensilien, den Verbrauch an Rohmaterial und die Haltbarkeit der Werkzeuge. "Aus technologischer Sicht gibt es keine relevanten Unterschiede zwischen den Werkzeugen. Wir können also beim Gedanken an Neanderthaler nicht mehr davon ausgehen, dass sie dumm oder weniger fortschrittlich waren, sondern ihre Methoden waren einfach anders", sagte Metin Eren, Forscher der Universität in Exeter.

Erin geht davon aus, dass das Wissen um die Technik für stromlinienförmigere Werkzeuge bei den Homo sapiens für einen stärkeren Zusammenhalt gesorgt haben könnte. Sie hätten schließlich während einer Eiszeit einen ganzen Kontinent erobert. Dazu bedürfe es einem starken Zusammenhalt. Frühere Studien gehen davon aus, dass Neanderthaler ausgestorben sein könnten, weil ihre Jagdtechniken nicht an die veränderten klimatischen Bedingungen der anbrechenden Eiszeit angepasst gewesen seien. Mammuts und Bisons seien aus der ehemals bewaldeten Zone mit nur noch spärlicher Vegetation in den Süden geflohen. (ut/AFP)

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