Forschungssatellit : Sonde klemmt in Rakete

Eine Nasa-Mission zur Atmosphärenforschung ist gescheitert Auch bei Shuttleflügen gibt es Probleme.

Ein Forschungssatellit der US-Raumfahrtagentur Nasa, der den weltweiten Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) überwachen sollte, ist ins Meer gestürzt. Am gestrigen Dienstag um 10 Uhr 45 mitteleuropäischer Zeit hob die Sonde „OCO“ (Orbiting Carbon Observatory) planmäßig vom Luftwaffenstützpunkt Vandenberg in Kalifornien ab. Ziel war eine Umlaufbahn in 700 Kilometer Höhe. Allerdings löste sich die Verkleidung an der Spitze der Taurus-Rakete nicht wie vorhergesehen, so dass der Satellit nicht ausgesetzt werden konnte und gemeinsam mit der dritten Raketenstufe in den nördlichen Pazifik stürzte.

Es war das erste Mal, dass die Nasa eine Trägerrakete vom Typ „Taurus XL“ eingesetzt hatte. Laut den Projektverantwortlichen hob sie zunächst problemlos von der Erde ab und war schon recht hoch über dem Ozean aufgestiegen, als es zu dem Zwischenfall kam.

Die Sonde kostete umgerechnet 213 Millionen Euro. Sie sollte zwei Jahre lang die geografische Verteilung von CO2 in der Atmosphäre messen und Veränderungen in dieser Verteilung untersuchen. Das Messgerät war so ausgelegt, dass die Gasgehalte in nur drei Quadratkilometer großen Parzellen zwölfmal pro Sekunde hätten bestimmt werden können. Details über den weiteren Verlauf des Forschungsprojekts – etwa ob es eine Ersatzsonde geben wird – wurden bislang nicht bekannt gegeben.

Der OCO-Satellit ist einer von insgesamt sechs künstlichen Erdbeobachtern, die im Rahmen des „Earth System Pathfinder“-Programms ins All geschickt werden sollen. Drei davon fliegen bereits auf ihren Umlaufbahnen. Als Nächstes soll im Mai 2010 die Sonde „Aquarius“ abheben, die den Salzgehalt in den obersten Meerwasserschichten misst.

Doch nicht nur das Satellitenprogramm der Nasa erleidet Rückschläge. Wie die Raumfahrtagentur vor wenigen Tagen mitteilte, ist der Start der Raumfähre „Discovery“ zum vierten Mal in Folge verschoben worden. Grund dafür sind andauernde Probleme mit Ventilen, die während des Starts den Transport von Wasserstoff in die externen Kraftstofftanks regeln. Eines dieser drei Ventile war beim letzten Shuttlestart im November gebrochen.

Der Shuttle soll sieben Astronauten zur Internationalen Raumstation bringen. Ein neuer Starttermin wurde bisher nicht genannt. Womöglich fällt am heutigen Mittwoch eine Entscheidung. nes/AFP

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