Fortsetzung der Exzellenzinitiative : DFG fordert Klarheit für Exzellenzunis

Die DFG fordert Bund und Länder auf, ihre Pläne zur Fortsetzung der Exzellenzinitiative zu konkretisieren. An den Universitäten mache sich Nervosität breit.

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Studierende vor der Universität Köln.
Nachdenken über die Exzellenz. Die Uni Köln ist einer der Exzellenzunis.Foto: Uni Köln

Peter Strohschneider, der frisch wiedergewählte Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), hat Bund und Länder aufgefordert, ihre Pläne für die Fortsetzung der Exzellenzinitiative zu konkretisierten. Die Wissenschaft brauche dringend einen „stabilen Handlungsrahmen“, der Planungssicherheit für die „Exzellenzinitiative Drei“ biete. „Es gibt Unklarheiten, wer sich an einem neuen Wettbewerb beteiligen darf, nach welchen Kriterien die Anträge bewertet werden, und wer zahlt“, sagte Strohschneider am Donnerstag nach der DFG-Jahrestagung in Berlin. An den Universitäten herrsche „Nervosität“, und auch die DFG kenne aus den politischen Hintergrundgesprächen „nur Wissenspartikel“.

Die DFG will "Exzellenzzentren"

Die DFG schlägt die Gründung von „Exzellenzzentren“ vor. Als Weiterentwicklung der Cluster, in denen disziplinenübergreifend zu einem Großthema geforscht wird, sollen sie themen- und formatoffen angelegt sein. Dabei denkt die DFG an „Förderräume“, die entweder auf Personen, Themen oder eine „Verbesserung von Forschungsmöglichkeiten“ abzielen. Notwendig sei dafür ein Fördervolumen von bis zu zehn Millionen Euro jährlich und längere Laufzeiten von dreimal sechs oder zweimal sieben Jahren. Strohschneider betonte die Bedeutung des Wettstreits um Forschungserkenntnisse, Drittmittel – sowie um Institutionen.

Konkreter wollte sich Strohschneider zur dritten Säule der Exzellenzinitiative, den Zukunftskonzepten der Universitäten, nicht äußern. Beim Wissenschaftskongress der SPD hatte er kürzlich aber dafür plädiert, den „Institutionenwettbewerb“ beizubehalten. „Strategieentwicklungsprozesse“ an Universitäten sollten weiterhin gefördert werden.

Ihre Hauptaufgabe sieht die DFG in der Förderung von Spitzenforschung. 30 000 Forschungsprojekte förderte die DFG im vergangenen Jahr; das Gesamtvolumen lag bei 2,73 Milliarden Euro. Fast zur Hälfte wurden Einzelprojekte gefördert (835 Millionen Euro Fördermittel für 14 000 Projekte), gefolgt von insgesamt 822 Forschungsverbünden, die rund 1,15 Milliarden Euro erhielten. Nachdem die Bewilligungsquoten zuletzt gesunken waren, stiegen sie nun wieder: 34 Prozent der Anträge auf Einzelförderung werden bewilligt und 25 Prozent des beantragten Geldes ausgeschüttet.

Die FHs fühlen sich benachteiligt

Dennoch: „Der Druck auf das Budget steigt“, sagte DFG-Generalsekretärin Dorothee Dzwonnek. Zunehmend bewürben sich auch schwächere Unis, die Anträge würden großvolumiger und glitten in den „Grenzbereich der Grundfinanzierung“ ab. Die Universitäten versuchten also, ihre Unterfinanzierung durch Drittmittel auszugleichen. Eine solide Grundfinanzierung müsse jedoch Voraussetzung für DFG-Projekte sein, nicht deren Folge, betonte Dzwonnek.

Mit der Weigerung, Grundmittel zu Verteilen, schoss Strohschneider schließlich noch gen Fachhochschulen. Pünktlich zur DFG-Jahrestagung hatte die aus sieben FHs bestehende Hochschulallianz für den Mittelstand beklagt, die DFG würde sie „eklatant ungleich“ behandeln: Man sei auf die Grundlagenforschung an Universitäten geeicht, statt auch die anwendungsorientierte Forschung der Fachhochschulen zu fördern. „Wir sind aber nicht zur Gleichbehandlung verpflichtet“, entgegnete Strohschneider. „Die Funktion der DFG ist eine programmatische Unterscheidung zwischen guten und schlechten Anträgen.“ Nicht nur stellten die Fachhochschulen kaum Anträge: „Auch der Stil dieser Auseinandersetzung ist nicht akzeptabel.“


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