Frauen in der Wissenschaft : Befristete Gleichheit

Die Zahl der Professorinnen an deutschen Universitäten und Fachhochschulen steigt kontinuierlich. Häufig sind sie aber nur befristet beschäftig - und zudem überproportional in niedrigen Besoldungsstufen.

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Eine Professorin spricht vor Studierenden im Hörsaal.
Langer Weg. Unter den Absolventen der Hochschulen sind heute 51 Prozent Frauen, bei den Professorinnen sind es knapp 20 Prozent.Foto: Mike Wolff

Trotz eines steigenden Frauenanteils bei den Professuren bedarf es „weiterhin intensiver Bemühungen zur Förderung von Frauen in Wissenschaft und Forschung“. Zu diesem Schluss kommt die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) von Bund und Ländern in ihrem Bericht zur Chancengleichheit. Wie in einem Teil der gestrigen Ausgabe berichtet sind Professuren von Frauen häufiger befristet – zu 24,3 Prozent gegenüber 16,3 Prozent bei den Männern. Professorinnen sind mit 10,4 Prozent auch fast doppelt so häufig in Teilzeit beschäftigt wie ihre männlichen Kollegen (5,9 Prozent).

Der Anteil der Professorinnen ist zwischen 1992 und 2011 kontinuierlich gestiegen – von 6,5 auf 19,9 Prozent. Seit 2003 ist die Zahl der Bewerberinnen auf Professuren von 17 auf 24,8 Prozent und bei den Ernennungen von 18 auf 28,5 Prozent gestiegen. Frauen sind jedoch überproportional in den niedrigeren Besoldungsgruppen vertreten. So sind es bei der Juniorprofessur (W1) 38,6 Prozent, bei der C4- beziehungsweise der W3-Professur aber nur 15,5 Prozent.

Das wissenschaftliche und wirtschaftliche Potenzial von Wissenschaftlerinnen werde noch immer nicht hinreichend ausgeschöpft, heißt es in dem Bericht. Der Frauenanteil bei den Erstsemestern lag 2011 bei 46,6 Prozent, bei den Studienabschlüssen sind es 51 Prozent, bei der Promotion noch 44,9 Prozent, bei den Habilitationen aber nur noch 25,5 Prozent.

Der Anteil von Frauen in den Hochschulleitungen von 21,9 Prozent hält mit dem Anstieg bei den Professuren auf fast 20 Prozent Schritt. Doch bei den gemeinsamen Berufungen von Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen liegt der Frauenanteil bei nur 12,6 Prozent. Die GWK mahnt einen „Kulturwandel“ im Wissenschaftssystem an – und setzt dabei unter anderem auf die von ihr vor zwei Jahren beschlossenen Zielquoten nach dem Kaskadenmodell.

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