Froschsterben : Kaulquappen weltweit von Parasit befallen

Für das weltweite Froschsterben machten Forscher bislang einen Pilz verantwortlich. Doch auch ein einzelliger Parasit ist involviert.

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Kranke Quappen. Einzellige Parasiten machen Amphibien wie dem Leopardfrosch zu schaffen.
Kranke Quappen. Einzellige Parasiten machen Amphibien wie dem Leopardfrosch zu schaffen.Foto: USGS/G. Kramer

Für das weltweite Schrumpfen von Frosch- und Lurchpopulationen machten Forscher bislang vor allem einen Pilz verantwortlich. So wird beispielsweise für das Sterben von 96 Prozent aller Feuersalamander in den Niederlanden der Pilz Batrachochytrium dendrobatidis verantwortlich gemacht. Er verklebt die Haut der Tiere, die sie zum Atmen brauchen, und hat sich nicht zuletzt durch den weltweiten Handel mit Amphibien sowohl in Terrarien als auch in freier Wildbahn verbreitet. Massensterben in Australien, Europa und ganz Amerika sind die Folge. Doch nicht nur Pilze machen den Tieren zu schaffen. Offenbar infiziert ein einzelliger Parasit die Kaulquappen von Fröschen – weltweit, wie eine Forschergruppe um Thomas Richards von der Universität Exeter in Großbritannien im Fachblatt „PNAS“ meldet.

Tausende von Einzellern in der Leber

Als 2006 der Leopardfrosch in den USA einem Massensterben ausgesetzt war, entdeckten Biologen in der Leber der Kaulquappen Tausende von Perkinsea-Zellen. Diese Einzeller sind dafür bekannt, Muscheln zu befallen, und gehören zu einer Gruppe von Parasiten, die beim Menschen Krankheiten wie Toxoplasmose oder Malaria auslösen können.

Richards Forscherteam erforschte nun, ob Perkinsea-Parasiten zum weltweiten Froschsterben beitragen und untersuchte Kaulquappen aus Regionen wie Kamerun, Tansania und Tschechien. Tatsächlich fanden sie die Parasiten mithilfe von Erbgutanalysen in der Leber von 38 der 182 untersuchten Kaulquappen, die sowohl aus tropischen als auch gemäßigten Klimazonen stammten. Zwar unterscheiden sich die entdeckten Perkinsea-Arten regional und von der 2006 im Leopardfrosch gefundenen. Doch die Analysen zeigen, dass auch sie die Entwicklung von Froschlarven in jenen sechs Ländern auf drei verschiedenen Kontinenten beeinträchtigen, in denen Massensterben aufgetreten sind. Wie genau die Parasiten den Fröschen schaden, müsse allerdings noch untersucht werden, schreiben die Forscher.

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