FU Berlin : Streit um Politische Theorie am Otto-Suhr-Institut

Günter Bartsch

An der Freien Universität Berlin gibt es Streit um zwei neue Professuren am Otto-Suhr-Institut (OSI). Die Vollprofessur für Politische Theorie und Ideengeschichte soll zugunsten zweier Professuren am Sonderforschungsbereich „Governance in Räumen begrenzter Staatlichkeit“ zu einer Juniorprofessur herabgestuft werden. Studentenvertreter sehen darin einen Bruch mit OSI-Traditionen, zudem sei der Beschluss in den Semesterferien „durchgeboxt“ worden. In einem offenen Brief an Bildungssenator Jürgen Zöllner fordern sie ein „fehlerfreies Verfahren“. Auch sechs OSI-Wissenschaftler kritisieren in einem Minderheitsvotum zur Berufung der Professoren „außerordentlich große Verfahrensmängel“.

Die Professoren, darunter Hans-Joachim Mengel und Oskar Niedermayer, bemängeln, dass in einer nichtöffentlichen Sitzung des Fachbereichsrats zentrale Strukturentscheidungen getroffen worden seien. Zudem seien die Stellen nicht ausgeschrieben und die Mitwirkungsrechte der Professoren verletzt worden.

Die Dekanin des Fachbereichs, Barbara Riedmüller, bestreitet die Vorwürfe: Bereits im Juli, also noch vor den Ferien, hätten die Gremien über die Umwidmung der Stellen entschieden. Die Neuausrichtung stünde im Einklang mit der Internationalisierung der FU. Dass man sich ohne Ausschreibung für die Professoren Christoph Zürcher und Sven Chojnacki entschieden habe, liege an deren ausgezeichneter Reputation – diese Möglichkeit sei im Gesetz vorgesehen. Denn beide hätten bereits Rufe anderer Universitäten gehabt, die FU habe daher schnell handeln müssen. Die Politische Theorie sollte laut Riedmüller neben den beiden vorhandenen Professuren auch stärker von anderen Fachgebieten jenseits der Ideengeschichte mit vertreten werden. Günter Bartsch

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