Führungswechsel : Einhäupl soll Charité-Chef werden

Neuer Vorsitzender der Charité soll offenbar der Berliner Neurologe Karl Max Einhäupl werden, wie der Tagesspiegel am Mittwoch aus informierten Kreisen erfuhr. Am heutigen Donnerstag wolle sich der Aufsichtsrat der Charité mit der von ihm eingesetzten Findungskommission auf die Nachfolge für Detlev Ganten verständigen. Der 67-jährige Vorstandsvorsitzende Ganten sollte ursprünglich im kommenden Frühjahr aus dem Amt scheiden. Nachdem jetzt ein Nachfolger gefunden zu sein scheint, wird mit seinem baldigen Rücktritt gerechnet.

Zwei von mehreren Professoren vorgeschlagene Kandidaten, Jürgen Schölmerich, Direktor der Poliklinik für Innere Medizin der Uni Regensburg, sowie Guido Adler, Ärztlicher Direktor der Abteilung Innere Medizin der Uniklinik Ulm und Vizepräsident der DFG, seien vom Aufsichtsrat nicht in Betracht gezogen worden.

Einhäupl, der 1947 in München geboren wurde, ist Direktor der neurologischen Klinik der Charité und Gründungsdirektor des neuen Instituts für Lebenswissenschaften der HU. Zwischen 2001 und 2005 war er Vorsitzender des Wissenschaftsrats.

Nicht alle sind mit der Wahl zufrieden. Ein auswärtiger Charité-Chef hätte den Vorzug gehabt, nicht bereits in bestimmte Netzwerke eingebunden zu sein, sagte ein Kritiker gestern dieser Zeitung. Auch fehle Einhäupl wie Ganten Erfahrung im Management einer großen Klinik. Ein anderer Professor sagte hingegen, die Entscheidung sei „respektabel“.

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