G8 versus G9 : Auf Wunsch der Eltern

Einmal Turboabi und zurück: Statt zu G9 zurückzukehren sollte G8 reformiert werden. Ein Kommentar.

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Schülerinnen halten ein Transparent mit einem Statement gegen die verkürzte Schulzeit auf dem Gymnasium.
Gute Nacht G8? Auch Schüler haben gegen die verkürzte Schulzeit demonstriert - hier 2013 vor dem Düsseldorfer Landtag.Foto: Roland Weihrauch/dpa

Eltern haben die Wahl, welchen Weg ihr Kind zum Abitur geht. Ist es gut in der Schule, spricht nichts dagegen, es auf ein G8-Gymnasium zu schicken, wo es die Hochschulreife in der 12. Klasse erlangt. Braucht das Kind mehr Lernzeit, kann es die Sekundarschule besuchen und in der 13. Klasse Abi machen. So stellten es sich die Schulreformer vor, als sie das „Turboabi“ einführten und neben dem Gymnasium einen zweiten Schultyp schufen, der zum Abitur führt. In Berlin mit seinem vielfältigen Schulangebot klappt das ganz gut, von Elternprotesten gegen das G8 war lange nichts zu hören.

Die Politik folgt allzu gerne dem Elternwillen

Doch vor allem in westdeutschen Flächenländern haben sich weite Kreise – von konservativ bis linksalternativ – nie mit dem G8 anfreunden können. Sie wollen das G9 zurück oder am Gymnasium zwischen zwei Geschwindigkeiten wählen können. In Hessen sind 70 Prozent der Gymnasien mittlerweile wieder beim G9, Niedersachsen schafft das Turboabi ganz ab und auch Bayern legt den Rückwärtsgang ein. Die Politik folgt allzu gerne dem Elternwillen – gegen den Rat von Bildungsforschern, das G8 zu verbessern, anstatt zum „alten G9“ zurückzukehren. Die Kultusminister sind aufgerufen, ein wildes Zurückreformieren zu vermeiden und sich auf pädagogische Leitlinien für die Lernzeit bis zum Abitur zu einigen. Beides ist nicht in Sicht.

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