Wissen : Gefährliches Gewächs

Für diese rasterelektronenmikroskopische Aufnahme von Prostatakrebszellen wurden Annie Cavanagh und Dave McCarthy von der School of Pharmacy der Universität London mit dem „Wellcome Image Award 2008“ ausgezeichnet.

Die Prostata ist eine Drüse, die Bestandteile der Samenflüssigkeit herstellt. Krebs entsteht hier meist aus den Drüsenzellen, die sich rasch erneuern. Prostatakrebs ist in Deutschland das häufigste Karzinom beim Mann. Jährlich wird es bei fast 50 000 Patienten festgestellt, mehr als 10 000 sterben daran. Dabei sind etwa 90 Prozent der Erkrankten über 60 Jahre alt. Ab 45 Jahren hat jeder gesetzlich Krankenversicherte einmal im Jahr Anspruch auf eine Früherkennungsuntersuchung. Nur 18 Prozent der Männer nutzen das bisher.

Ein neuer Gentest könnte die Früherkennung verbessern. Zuletzt konnten Forscher fünf Genvarianten auf den Chromosomen Nummer 8 und 17 identifizieren, die mit einem hohen Risiko für Prostatakrebs einhergehen. Die Forscher glauben, das fast die Hälfte aller Fälle mit diesen Genveränderungen in Verbindung steht, wie sie im „New England Journal of Medicine“ (Band 358, Seite 910) schreiben. Dank des neuen Tests könnte man Karzinome früher bekämpfen. Bisher wird zur Früherkennung ein PSA-Test gemacht. Dabei wird die Menge des „Prostata-spezifischen Antigens“ im Blut bestimmt. Ist der Wert dieses Eiweißes erhöht, kann das für Krebs sprechen, ein Beweis ist es aber nicht. Obwohl der PSA-Test von den Kassen bezahlt wird, ist er unter Experten nicht unumstritten. dal

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