Gefahr aus dem All : Gemeinsam gegen Asteroiden

Nach dem Meteoriteneinschlag in Russland haben die Vereinten Nationen (UN) eine bessere internationale Zusammenarbeit und Vorbereitung auf solche Ereignisse gefordert.

Auf Erdkurs. Die Animation zeigt, wie der Asteroid 2012 DA14 auf unseren Planeten zurast. Dieser Brocken war keine Gefahr - doch das ist nicht bei allen Asteroiden so.
Auf Erdkurs. Die Animation zeigt, wie der Asteroid 2012 DA14 auf unseren Planeten zurast. Dieser Brocken war keine Gefahr - doch...Foto: REUTERS/NASA/JPL

Man brauche ein internationales Netzwerk zur Warnung vor Gefahren aus dem All und zwei Gruppen, die sich mit der Erforschung und Abwehr auseinandersetzten, sagten Raumfahrtexperten am Mittwoch in Wien. Momentan arbeite eine Expertengruppe des UN-Büros für Weltraumfragen (UNOOSA) entsprechende Vorschläge aus, die 2014 von der UN-Vollversammlung beschlossen werden sollen.

Der Meteoriteneinschlag habe das Bewusstsein dafür geschärft, dass solche Dinge passieren können, sagte der Chef des Nasa-Programms für die Beobachtung von erdnahen Objekten, Lindley Johnson: „Wir müssen uns besser auf so etwas vorbereiten.“ Idealerweise wisse man über Einschläge schon sehr früh Bescheid, so dass man viel Zeit habe, herauszufinden, was am besten zu tun sei. Auch die Bevölkerung müsse besser informiert werden.

Mit ihren Empfehlungen beziehen sich die Experten überwiegend auf die Erde bedrohende Objekte mit einem Durchmesser von mehr als einem Kilometer. Dies sei die grobe Grenze, ab der man im Falle eines Einschlags mit weltweiten Konsequenzen rechne. Zum Vergleich: Das Objekt, das am Freitag über Russland niederging, war knapp 20 Meter groß.

Die Wissenschaftler wollen nun ein allgemeines Netzwerk und verschiedene internationale Expertengruppen etablieren, die im Falle verschiedener Szenarios aktiv werden können. „Wenn es dann eine Bedrohung gibt, muss man nur die Schublade öffnen und hat die richtige Mission parat“, sagte der Vorsitzende des UN-Aktionsteams für erdnahe Objekte, Sergio Camacho. Das Netzwerk informiere die Staaten über die Gefahr. Konkrete Entscheidungen zur Abwehr müssten dann auf politischer Ebene fallen.

Im Falle eines drohenden Einschlags mit weltweiten Folgen diskutieren die Fachleute verschiedene Abwehrtechniken, von einer Änderung der Flugbahn durch einen Raketeneinschlag bis hin zur Atombombe als letztes Mittel. Eine akute Bedrohung gibt es die nächsten hundert Jahre nach gegenwärtigen Erkenntnissen aber nicht.

Der Einschlag in Russland hätte auch bei der Umsetzung ihrer Empfehlungen nicht verhindert werden können, sagten die Experten. Doch die Menschen hätten besser informiert und darauf vorbereitet werden können. „Es ist dasselbe, wie Leuten beizubringen, dass es keine gute Zeit zum Muschelsammeln ist, wenn sich das Wasser am Strand ins Meer zurückzieht – weil ein Tsunami kommt“, sagte Johnson. Wenn sie einen weißen Blitz und einen großen Kondensstreifen am Himmel sehen, müssten die Menschen lernen, dass sie sich vor der kommenden Druckwelle schützen und beispielsweise nicht am Fenster stehen. (dpa)

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