Gehälter in der Wissenschaft : „Doktoranden nicht arm und ausgebeutet“

„Das Horrorbild von Doktoranden, die arm und ausgebeutet ihrer Promotion nachgehen, hat mit der Realität wenig zu tun“, sagen Forscher in einer neuen Studie. Manche verfügen über mehr als 1400 Euro im Monat.

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Leben Doktoranden mehrheitlich in prekären Verhältnissen? Dieser Frage sind Hochschulforscher vom Berliner Institut für Forschungsinformation und Qualitätssicherung (IFQ) nachgegangen. Zwar müssten 15 beziehungsweise 20 Prozent der Promovierenden in den Sozialwissenschaften und in der Geschichte mit 826 Euro im Monat auskommen. Damit liegen sie unterhalb der Armutsgrenze, schreibt das Team um IFQ-Leiter Stefan Hornbostel in „Forschung und Lehre“, der Zeitschrift des Hochschulverbandes. Auch hätten diese Promovierenden seltener eine Stelle an der Uni, bezögen häufiger ein Stipendium oder seien auf Unterstützung durch die Familie angewiesen.

Doch „das Horrorbild von Doktoranden, die arm und ausgebeutet ihrer Promotion nachgehen, hat mit der Realität wenig zu tun“, betonen die Forscher. So verfügten etwa zwei Drittel der Promovierenden in der Elektrotechnik und der Informatik über mehr als 1400 Euro monatlich und hätten überwiegend Stellen an der Uni oder in Drittmittelprojekten.

Mit ihrer Betreuung seien die Nachwuchswissenschaftler zufriedener als vielfach angenommen. Nach Daten aus dem Promovierendenpanel ProFile des IFQ seien zwei Drittel „insgesamt zufrieden“, heißt es. Allerdings fühle sich jeder Dritte bei inhaltlichen und methodischen Fragen nicht ausreichend betreut.

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