Geld für die Hochschulen : Wissenschaftsrat sieht "Unwuchten" zulasten der Unis

Die Hochschulen sind seit Jahrzehnten unterfinanziert. Werden die Weichen in den kommenden Monaten neu gestellt?

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Was passiert in den nächsten Jahren, wenn die drei großen Programme für die Wissenschaft auslaufen – die Exzellenzinitiative, der Hochschulpakt und der Pakt für Forschung und Innovation für die außeruniversitären Organisationen? Ein „Weiter so“ ist nicht das Ziel von Thomas May, dem Generalsekretär des Wissenschaftsrats. Vor der Berlin Brandenburgischen Akademie kritisierte er am Montag bestehende „Unwuchten“: So bekommen die Forschungsorganisationen ihr Geld nach dem Gießkannenprinzip, die Universitäten müssten sich in einem harten Wettbewerb wie der Exzellenzinitiative zusätzliche Gelder einwerben. Und der Hochschulpakt sei unterfinanziert und befristet. Das erlaubt es den Hochschulen nicht, Dauerstellen zu schaffen.

Zu den neuen Großinstitutionen, die sich Universitäten mithilfe der Helmholtz-Gemeinschaft schafften, wie das KIT in Karlsruhe oder die Fusion von Charité und Max-Delbrück-Centrum, sagte May, solche Integrationen sollten sich nicht in erster Linie von der Mitfinanzierung durch den Bund leiten lassen. Vielmehr sollten sie aus der Wissenschaft selbst kommen. Sonst drohe eine Aushöhlung universitärer Rechte.

Bisher hätten die Pakte Trennungen im Wissenschaftssystem produziert, bei ihrer Neugestaltung jedoch sollten sie Brücken im Wissenschaftssystem schaffen und unbedingt der Lehre einen höheren Stellenwert einräumen. Außerdem sollten längere Förderzeiträume bei einer Neuauflage der Pakte ermöglicht werden. „Am besten wäre es, wenn wir nur von einem übergreifenden Pakt sprechen könnten.“ Zumindest sollten die Pakte so aufeinander bezogen werden, dass sie als Gesamtpaket sichtbar werden.

May sagte auch, es sei falsch gewesen, im Zuge der Föderalismusreform das bis dahin von Bund und Ländern getragene Hochschulbauprogramm von 2013 an auslaufen zu lassen und die Bundesgelder ihrer Zweckbindung an den Hochschulbau zu berauben. Ein Hochschulbauprogramm ohne Mithilfe des Bundes bringt die Länder „an den Rand ihrer finanziellen Möglichkeiten“. Uwe Schlicht

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