Genetik : Mäuse erben Erfahrung ihrer Mutter

Die Erfahrungen, die eine Mutter in ihrer Jugend macht, nutzt auch noch ihren Kindern. Zumindest, wenn es sich um Mäuse handelt.

Kai Kupferschmidt

Das haben US-Forscher um Larry Feig von der Tufts-Universität nachgewiesen. Dazu untersuchten sie Tiere mit einer genetisch bedingten Erinnerungsschwäche. Bereits in früheren Studien konnte gezeigt werden, dass die Mäuse diesen Defekt ausgleichen können, wenn sie in einem stimulierenden Umfeld aufwachsen, also beispielsweise häufig mit neuen Objekten und anderen Mäusen konfrontiert werden.

In ihrer Studie wiesen die Forscher nach, dass auch die Kinder, die diese „geförderten“ Mäuse später zur Welt brachten, sich besser erinnern konnten. Obwohl die Jungtiere den Gendefekt geerbt hatten, arbeitete ihr Gedächtnis besser als das von Tieren in der Vergleichgruppe, schreiben die Forscher im Fachblatt „Journal of Neuroscience“. Gerade so, als hätten die Jungen selbst das stimulierende Umfeld genossen.

„Das Erstaunliche ist, dass diese Stimulation frühzeitig erfolgte, Monate bevor die Mäuse überhaupt fruchtbar wurden. Und trotzdem hat der Effekt die nächste Generation erreicht“, sagt Feig. Diese Vererbung einer erworbenen Eigenschaft – in der klassischen Genetik unvorstellbar – beruht nach Ansicht der Forscher auf der Epigenetik. Das sind Signale, die die Mutter mit ihren Genen weitergibt und die beeinflussen, wíe aktiv einzelne Gene werden.

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