Wissen : Genetische Ursache für ADHS

Britische Forscher haben Belege dafür gefunden, dass eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Kindern zum Teil genetisch bedingt ist. Eine auf der Website der Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlichte Studie stellte bei Kindern mit der psychischen Störung und solchen ohne deutliche Unterschiede im Erbgut fest. Für die Studie wurde das Erbgut von 366 Kindern mit ADHS mit dem von 1047 Kindern ohne die Störung verglichen. Bei hyperaktiven Kindern liegen demnach bestimmte Abschnitte der DNS (Genkopiezahlvarianten) entweder in doppelter Ausführung vor oder fehlen. Die Forscher machten allerdings deutlich, dass noch viel Arbeit bevorstehe, ehe die psychische Störung vollständig verstanden werden könne.

Die Verschreibung von Medikamenten für Kinder mit dem Zappelphilipp-Syndrom ist in Deutschland in die Höhe geschnellt. Laut einer Studie der Krankenkasse DAK verschreiben die Ärzte aber offensichtlich zunehmend weniger ADHS-Medikamente wie „Ritalin“ und „Strattera“ für Grundschüler. Die Zahl der Rezepte für Sechs- bis Neunjährige sei zwischen 2007 und 2009 um ein Viertel (24 Prozent) gesunken.

Im Zusammenhang mit ADHS-Medikamenten werden Nebenwirkungen wie Appetitlosigkeit und Wachstumsstörungen genannt. Der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Kliniken und Kassen hat deshalb vor kurzem die Verordnung von ADHS-Medikamenten wie Ritalin eingeschränkt. Die Diagnose muss künftig umfassender als bisher gestellt werden und darf in der Regel nur noch von Spezialisten erfolgen. Zudem soll die Therapie regelmäßig unterbrochen werden, um Auswirkungen auf das Befinden des Kindes zu beurteilen. AFP

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