Gentechnik : Akademien: Mehr Freiheit für grüne Gene

Die deutschen Wissenschaftsakademien haben die Politik dazu aufgerufen, der Pflanzen-Biotechnik bessere Rahmenbedingungen zu geben und das Gentechnik-Gesetz zu novellieren.

Die deutschen Wissenschaftsakademien haben die Politik dazu aufgerufen, der Pflanzen-Biotechnik bessere Rahmenbedingungen zu geben und das Gentechnik-Gesetz zu novellieren. In einer Stellungnahme mit dem Titel „Für eine neue Politik in der Grünen Gentechnik“ plädieren die Nationale Akademie Leopoldina, die Technik-Akademie Acatech und die Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften „für einen wohlüberlegten und sinnvollen Einsatz der Grünen Gentechnik“. Viel versprechende gentechnische Forschungsprojekte, die über die Optimierung von Pflanzen als Nahrungs- und Futtermittel hinausgingen, seien weltweit in Arbeit, etwa für die Gewinnung von Biotreibstoffen.

Die Politik müsse die Freilandtests von neu entwickelten Pflanzen sichern, die Anwendung erleichtern und so der „eminenten Potenz“ der Pflanzen-Biotechnik eine „wirkliche Chance“ geben. Die Bundesregierung trage Mitverantwortung für die Verschleppung von Genehmigungsverfahren für gentechnisch veränderte Pflanzen durch die EU. Künftig müssten wissenschaftlich geprüfte und als unbedenklich eingestufte Sorten zügig zugelassen werden, damit Europa nicht immer weiter zurückfalle.

Die Standortregister mit genauen Angaben über einen Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen verletzten Grundrechte. Die frei zugänglichen Daten würden missbräuchlich verwendet und dienten dazu, Felder zu zerstören. Auch die Abstandsregeln (150 Meter zu Feldern mit konventionell gezüchtetem Mais und 300 Meter zu Maisfeldern aus ökologischem Anbau) seien weder wissenschaftlich noch praktisch zu rechtfertigen.

„Der Verbraucher sollte darüber in Kenntnis gesetzt werden, dass bereits über 70 Prozent der heute am Markt befindlichen Lebensmittel auf unterschiedliche Weise mit Gentechnik in Berührung gekommen sind“, heißt es abschließend, etwa „über die Tierfütterung, durch Lebensmittelzusatzstoffe und Medikamente, dass dies aber keinerlei negative Auswirkungen auf seinen Gesundheitszustand hat.“ wez

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