GEOTHERMIE : Kilometertiefe Bohrungen

Auch in Europa wird Erdwärme zur Stromerzeugung genutzt, vor allem in den vulkanisch aktiven Regionen Italiens und in Island. Dabei wird meist heißes Wasser aus dem Untergrund gefördert, das eine spezielle Flüssigkeit in einem zweiten Kreislauf verdunsten lässt. Der Dampf wiederum treibt Turbinen an, während das Wasser zurück in die Tiefe strömt. Hierzulande gibt es derartige Projekte in Süddeutschland sowie in Groß Schönebeck nördlich von Berlin. Dort untersuchen Wissenschaftler des Potsdamer Geoforschungszentrums auch, wie das heiße Wasser in tiefen Erdschichten am besten aufgespürt werden kann. Denn Geothermiebohrungen, die bis zu vier Kilometer tief sind, kosten mehrere Millionen Euro. Um die „Trefferquote“ zu erhöhen, wird unter anderem die Geschwindigkeit seismischer Wellen bestimmt und die elektrische Leitfähigkeit der Schichten im Untergrund. Aus diesen Daten sowie aus Messungen am Gestein direkt im Bohrloch lässt sich ableiten, wie viel Wasser im Untergrund lagert und welche Temperatur es hat. nes

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