Geowissenschaften : Vulkane dröhnen wie Triebwerke

Menschen können das Grummeln nur mit technischen Tricks hören.

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Großer Brummer. Vulkane erzeugen bei Eruptionen ein tiefes Dröhnen.Foto: p-a

Vulkane haben einiges mit Düsentriebwerken gemein, zeigen Messungen amerikanischer und ecuadorianischer Geowissenschaftler. An zwei Vulkanen verfolgten sie, wie das Ausstoßen eines heißen Gas- und Aschestroms von einem tiefen Dröhnen begleitet wurde. Das vulkanische „Triebwerksgeräusch“ hat eine Schallfrequenz von weniger als 20 Hertz und liegt damit unterhalb der menschlichen Hörgrenze. Um das Dröhnen registrieren zu können, installierten Robin Matoza und seine Kollegen empfindliche Mikrobarometer und Infraschallmikrofone in der Nähe des Mount St. Helens im US-Bundesstaat Washington und des Tungurahua-Vulkans in Ecuador.

Immer dann, wenn die Berge Gas und Asche in die Atmosphäre schleuderten, erfassten die Messinstrumente ein tiefes Grollen, berichten die Forscher im Fachblatt „Geophysical Research Letters“. Spielten sie die Aufnahmen schneller ab, so dass die Geräusche für menschliche Ohren hörbar wurden, zeigte sich eine verblüffende Ähnlichkeiten mit Düsentriebwerken.

Derartige Messungen könnten helfen, bestimmte Eigenschaften einer Eruption über große Distanzen zu bestimmen, hoffen die Forscher. Solche Informationen seien etwa für Piloten wichtig: Sie müssen nicht nur wissen, wann und wo ein Vulkan ausbreche, sondern auch, wie viel heiße Asche in die Luft gelange. Denn die winzigen Partikel können die Triebwerke beschädigen und sogar zum Ausfall der Aggregate führen. (JKM)

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