German University Cairo : Berlins ägyptischer Campus

27.06.2012 00:00 Uhrvon
Auf dem Sprung. Der Berliner GUC-Campus entsteht in Reinickendorf.  Foto: Promo/GUC
Auf dem Sprung. Der Berliner GUC-Campus entsteht in Reinickendorf. - Foto: Promo/GUC

Die German University Cairo, mit 8000 Studierenden weltweit die größte deutsche Auslandsuniversität, will eine Berliner Filiale eröffnen. Schon im Wintersemester soll das Studienzentrum in Reinickendorf eröffnen.

Vor zehn Jahren taten sich Universitäten und die Politik zusammen, um eine deutsche Universität in Ägypten zu gründen – die German University Cairo (GUC). Jetzt kommt die GUC nach Deutschland, eröffnet einen Campus in Berlin. Die Zweigstelle entsteht auf dem Gelände „Am Borsigturm“ in Reinickendorf, dort hat die GUC ein Gebäude erworben. Im Herbst soll der Studienbetrieb beginnen. Das bestätigte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der GUC, Hans Wolff, dem Tagesspiegel. „Mittelfristig entsteht in Berlin ein GUC-Campus“, sagt der ehemalige Rektor der Uni Ulm, der der Kairoer Hochschule seit der Gründung verbunden ist.

Zum Wintersemester sollen zunächst sechs bis acht ein- bis zweisemestrige Kurse in Fächern wie Management-Technologie, Ingenieurwesen, Pharmazie und Architektur starten. Wolff rechnet mit etwa 150 Studierenden zum Semesterstart. In Berlin hatte die GUC bislang keine Kooperationspartner, Patenuniversitäten sind Ulm und Stuttgart, enge Kontakte gibt es auch mit Tübingen. Der GUC, mit 8000 Studierenden die größte deutsche Auslandsuni, sei schon vorgeworfen worden, sie sei eher eine schwäbische als eine deutsche Universität in Kairo, sagt Wolff. Mit dem Studienzentrum in Berlin komme sie nun auch in der Hauptstadt an. Die Investitionskosten in Reinickendorf will Wolff nicht genau beziffern, spricht aber von einem „einstelligen Millionenbetrag“.

Berlin ist auch das politische Zentrum Deutschlands, Studierende der GUC sind in der ägyptischen Demokratiebewegung aktiv. Sollen sie in Berlin auch mit Parlamentariern und Vertretern der Zivilgesellschaft zusammentreffen, wie es etwa für ägyptische Stipendiaten des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) üblich ist? Wolff winkt ab: „Wir sind politisch neutral, wollen keine Politik auf dem Campus.“ Den „Kolonialismus“, mit dem deutsche Institutionen in Ägypten heutzutage politische Bildung betrieben, halte er für verfehlt. Am Berliner GUC-Standort sollten neben dem Studienprogramm die Auslandserfahrungen im Vordergrund stehen, die Studierende sammeln könnten und der Kontakt zu hiesigen Professoren, die zunächst als Lehrbeauftragte unterrichten sollen.

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