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Gesundheitsforschung : BIG in Berlin - der Bund steigt groß ein

07.11.2012 00:00 Uhrvon , und
Hoch erfreut. Die Vereinbarungen zur Teilfusion von Charité und MDC präsentierten Bundesforschungsministerin Annette Schavan und der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit. Foto: dpaBild vergrößern
Hoch erfreut. Die Vereinbarungen zur Teilfusion von Charité und MDC präsentierten Bundesforschungsministerin Annette Schavan und der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit. - Foto: dpa

Die Forschungs-Fusion von Charité und Max-Delbrück-Centrum ist perfekt. Doch Berlins Eliteuniversitäten bekommen weniger als erwartet. Ministerin Schavan konnte ursprüngliche Auflagen an das Land Berlin nicht durchsetzen.

Die Berliner Charité und das Max-Delbrück-Centrum (MDC) werden zusammengeschmiedet, der Bund steigt in die Finanzierung der Berliner Unimedizin ein. Nach einjährigen Verhandlungen haben sich der Bund und Berlin geeinigt, die Forschung der beiden Einrichtungen im „Berliner Institut für Gesundheitsforschung“ (BIG) zusammenzuführen. „Das ist ein bedeutender Tag für den Wissenschaftsstandort Berlin“, sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU), als sie am Dienstag mit dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) das Vorhaben vorstellte. Schavan sprach von einer „Pionierarbeit“ für das deutsche Wissenschaftssystem. Wowereit sagte: „Wir schaffen die Voraussetzungen, dass Berlin als Gesundheitsstandort in die internationale Spitze aufsteigt.

Große Erwartungen. Berlin soll mit dem BIG zu einem weltweit führenden Gesundheitsstandort aufsteigen. Im Bild eine Ärztekonferenz an der Charité. Foto: Kitty Kleist-HeinrichBild vergrößern
Große Erwartungen. Berlin soll mit dem BIG zu einem weltweit führenden Gesundheitsstandort aufsteigen. Im Bild eine Ärztekonferenz an der Charité. - Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Bis 2018 wollen Bund und Berlin 311,7 Millionen Euro für das neue Institut ausgeben. 90 Prozent kommen vom Bund. Dazu stiftet die Unternehmerin Johanna Quandt 40 Millionen Euro für die Anwerbung von Spitzenforschern. „So viele Ressourcen hat sonst kein Gesundheitsstandort in Deutschland“, sagte Wowereit. Das Geld fließt zusätzlich zu den bisherigen Zuschüssen für Charité und MDC, deren Mittel auf dem Stand von 2012 eingefroren werden. Derzeit bekommt die Charité von Berlin knapp 184 Millionen Euro im Jahr. Das hauptsächlich vom Bund finanzierte MDC erhält 71 Millionen Euro.

Verbunden werden im „BIG“ zwei Schwergewichte der Medizinforschung. Die Charité zählt mit 13 000 Mitarbeitern zu den größten Universitätskliniken Europas. Am MDC in Berlin-Buch betreiben 841 Wissenschaftler und Doktoranden biomedizinische Grundlagenforschung. In dem neuen Institut sollen Erkenntnisse aus der Molekularbiologe schneller in neue Therapien umgesetzt werden. Charité und MDC bleiben daneben als eigenständige Einrichtungen erhalten.

Bereits im kommenden Jahr wird die neue Einrichtung ihre Arbeit aufnehmen. Dann fließt mit 15 Millionen Euro auch die erste Tranche vom Bund. 2018 zahlt der Bund schließlich 70 Millionen Euro, Berlin 7,8 Millionen Euro. Schavan sieht in dem Betrag von 2018 auch „die fortlaufende Rate“ für die Jahre darauf. Wowereit begann dagegen sogleich um mehr Bundesgeld für die Zeit danach zu feilschen. Es gebe „keine Obergrenze“: „Wir erwarten Diskussionen.“

Ein Knackpunkt bei den Verhandlungen war, inwieweit Berlin sich verpflichtet, die Bundeshilfe nicht einfach in seinem eigenen Haushalt einzusparen. Schavan wollte das Land dazu bringen, die frei werdenden Mittel für seine Universitäten auszugeben. Sie wollte das Geld aus der 2017 auslaufenden Exzellenzinitiative „dauerhaft“ machen, wie sie damals sagte. Bis dahin bekommen die Berliner Unis in der Exzellenzinitiative von Bund und Land 311 Millionen Euro, also gut 60 Millionen Euro pro Jahr.

Doch auf einen so hohen Betrag konnte Schavan Berlin jetzt nicht verpflichten. Wowereit versprach lediglich, den 25-prozentigen Landesanteil der Exzellenzmittel zu verstetigen, was rund 17 Millionen Euro im Jahr entspricht. Er betrachte die Bundesmitttel für den Charité-MDC-Deal dennoch „nicht als Entlastung unseres Haushaltes“, sagte Wowereit.

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