Grimm-Zentrum : Gebühren für Bibliothek der HU?

An der Humboldt-Uni werden erste Stimmen laut, die fordern, von externen Nutzern der überlaufenen neuen Zentralbibliothek Gebühren zu verlangen. Die HU musste schon Abgabetermine für Hausarbeiten verschieben, weil Studierende wegen der Überfüllung der Bibliothek nicht rechtzeitig fertig wurden.

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Bibliotheksmitarbeiter Jürgen Polinske sagte jetzt im Akademischen Senat, Gebühren für Nicht-HU-Angehörige wären zwar die „allerletzte“ Lösung, um die Situation in den Griff zu bekommen. Der Verzicht darauf dürfe aber nicht „sakrosant“ sein.

Wie berichtet, ist die Bibliothek, das Grimm-Zentrum in Mitte, seit der Eröffnung im Herbst häufig überfüllt. Der Andrang nahm noch zu, nachdem die Staatsbibliothek in der Potsdamer Straße Teile ihres Magazins wegen einer Asbestsanierung schloss. Dass die „Stabi“ Gebühren verlange, die modernen Arbeitsplätze im Grimm-Zentrum aber kostenfrei benutzt werden können, sei problematisch, sagt Studierendenvertreter Fred Zaumseil vom RCDS. Auch wenn die Staatsbibliothek wieder voll in Betrieb geht, würden Gebührenflüchtlinge weiter zur Überfüllung der HU-Bibliothek beitragen.

Das Grimm-Zentrum hat wegen des Andrangs jetzt ein knappes Drittel der 1250 Plätze für HU-Angehörige reserviert. Das Studierendenparlament der Freien Universität hat dagegen protestiert. Der Protest sei zwar „verständlich“, sagte HU-Präsident Christoph Markschies. Dennoch verteidigte Markschies die neuen Regeln als „reine Notmaßnahme“. Wegen der Überfüllung hätten HU-Studierende Hausarbeiten nicht rechtzeitig fertig stellen können, Abgabetermine seien verschoben worden. Für viele Humboldtianer gibt es keine Alternative zum Grimm-Zentrum: Darin sind 12 Zweigbibliotheken aufgegangen, darunter leseintensive Fächer wie Geschichte und Philosophie.

Nutzungsgebühren schloss Markschies allerdings aus. Die stellvertretende Bibliotheksleiterin Imma Hendrix gab zu, dass „wir bis jetzt das Nutzungsverhalten nicht definitiv vorhersagen können“. Zu Semesterbeginn habe sich die Situation ein wenig entspannt. Offensichtlich würden Studierende aller Unis das Grimm-Zentrum als „Lern- und Kommunikationsort“ nutzen – was vor allem in der Prüfungszeit zu einem enormen Andrang führe. Hendrix berichtete auch über einen Zwischenfall im Keller der Bibliothek. Mitarbeiter seien dort eingeschlossen gewesen, weil sich Türen nicht mehr öffnen ließen. Die Mitarbeiter konnten keine Hilfe herbeitelefonieren, weil ihre Handys keinen Empfang hatten. Die Bibliothek habe Vorsorge getroffen, damit so etwas nicht noch einmal passiere.

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