Wissen : Große Städte erwärmen das Klima

Heizen, kochen, Auto fahren: Mit seiner alltäglich genutzten Energie trägt der Mensch auch direkt zur Erderwärmung bei. Forscher haben ermittelt, wie stark die Abwärme von Haushalten und Industrie die Temperaturen in einigen Regionen auf der Nordhalbkugel steigen lässt.

Ursache sei vor allem der Energieverbrauch in den großen Städten und Metropolen der Welt, schreibt das Team um Autor Guang Zhang von der University of California in San Diego im Fachjournal „Nature Climate Change“.

Bis zu ein Grad Celsius steigen die Winter-Temperaturen im nördlichen Asien und in Nordamerika, wie die Wissenschaftler mithilfe eines Klimamodells errechneten. Auch auf Deutschland habe die Hitze der Metropolen einen Effekt: Es sei je nach Jahreszeit bis zu etwa 0,5 Grad Celsius wärmer. In anderen Regionen wie Skandinavien sinke dagegen die Temperatur in einigen Monaten.

„Die lokale Abwärme verändert die Luftströmungen in der Atmosphäre“, erklärt Georg Feulner vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung auf Anfrage. „So werden auch Orte erwärmt, die tausende Kilometer von den Emissionszentren entfernt liegen, in anderen Regionen wird es gleichzeitig kühler.“ Der Beitrag der Abwärme zur globalen Erwärmung liege insgesamt gesehen bei rund drei Prozent, das sei im Vergleich zum Treibhauseffekt sehr wenig, sagt Feulner. Regional könnten die Temperaturveränderungen aber von Bedeutung sein. dpa

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