Wissen : Große Unis fordern mehr Bundesgeld

Die 15 großen deutschen Universitäten haben den Bund erneut aufgefordert, sich an ihrer Grundfinanzierung „verlässlich“ zu beteiligen. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit der wissenschaftlichen Standorte zu ermöglichen, sei „nicht allein Ländersache“, erklärte der 2012 gegründete Verein GermanU15, zu dem die Freie Universität Berlin und die Humboldt-Universität gehören. Die Länder wären künftig nicht imstande, ihre Forschungsuniversitäten „konkurrenzfähig zu finanzieren“.

Insbesondere sollten die Overheadpauschalen für indirekte Kosten in Drittmittelprojekten, die die Deutsche Forschungsgemeinschaft und das Bundesforschungsministerium den Unis gewähren, über 2015 hinaus fortgeführt und deutlich erhöht werden. Solange eine „dauerhafte Grundfinanzierung der universitären Leistungen durch den Bund“ noch verfassungsrechtlich ausgeschlossen ist, müssten die möglichen Beteiligungsformen genutzt werden, erklärte U15-Sprecher Bernhard Eitel, Rektor der Uni Heidelberg.

Anlässlich der Vereinsgründung hatte HU-Präsident Jan-Hendrik Olbertz erklärt, bei einer Neuordnung der Hochschulfinanzierung sollten „die besonders leistungsfähigen Hochschulen“ bevorzugt behandelt werden.

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) bekräftigte, dass der Bund seine Mittel für den Hochschulpakt zur Schaffung zusätzlicher Studienplätze im Haushalt 2014 deutlich erhöhen werde. Da es weitaus mehr Studienanfänger gegeben habe als erwartet, sei das vom Bund eingeplante Geld fast aufgebraucht. „Ich kann Ihnen zusagen, dass wir den Deckel anheben werden“, sagte Wanka in einem Interview des Deutschlandfunks. Es gehe um hunderte Millionen Euro, die mehr benötigt würden. Es sei aber auch klar, dass der Betrag von Bund und Ländern 50:50 finanziert werde. Man spreche mit den Ländern, dass sie sich „anders, sicherer verpflichten“, welche Summen sie einsetzen, mahnte Wanka. Die Länder fordern wegen der gestiegenen Anfängerzahlen vom Bund bis 2015 einen Nachschlag von 1,4 Milliarden Euro. Nach ihrer Rechnung erhöht sich diese Summe bis 2020 auf 3,4 Milliarden Euro. -ry/dpa

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