Wissen : Grüne gegen verbeamtete Professoren

Berlins Grüne wünschen sich, dass Professoren nicht mehr verbeamtet werden. Berufen werden sollen sie grundsätzlich zunächst für drei Jahre auf Probe. Das geht aus einem Papier zur Wissenschaftspolitik hervor, dass die Landesdelegierten beschlossen haben. Wissenschaftlern soll es erlaubt sein, dauerhaft in der Projektforschung zu arbeiten. Weil Forschung und Lehre aus Sicht der Grünen untrennbar sind, lehnen sie neue Personalkategorien mit dem Schwerpunkt Lehre ab. Stattdessen fordern sie, die Lehrverpflichtung mit über mehrere Jahre laufenden Arbeitszeitkonten zu regeln. Das Gesamtkontingent für Lehre einer Fakultät wäre dann unter den Lehrenden so aufzuteilen, dass „ Möglichkeiten zur individuellen Schwerpunktsetzung bestehen“, heißt es in dem Papier.

Die neuen Bachelorstudiengänge an Berlins Hochschulen sollten „kritisch überarbeitet“ werden. Anstatt mit der Bologna-Reform mehr Wahlmöglichkeiten im Studium zu schaffen, hätten viele Berliner Fakultäten die Studiengänge verschult, es herrsche „ein irrationaler Anwesenheits- und Leistungszwang“.

Sollte die von Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner (SPD) geplante „Superstiftung“ gegründet werden, müssten die Verhandlungen über ihre Finanzierung nach Auffassung der Grünen jeweils an die Hochschulvertragsverhandlungen gekoppelt werden, um die Grundfinanzierung der Hochschulen zu sichern. Um die Demokratie in den Hochschulen zu stärken fordern die Grünen die Viertelparität in den Gremien und das Recht der verfassten Studierendenschaft, sich allgemeinpolitisch zu äußern. akü

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