Harvard verleiht Ig-Nobelpreise : Das Geheimnis der Hundehaufen

Erst lachen, dann denken: Das ist das Prinzip der "Ig-Nobelpreise", die in der Nacht zum Freitag an der US-Eliteuniversität Harvard verliehen wurden. Eine deutsche Biologin ist mit Erkenntnissen zur Häufchen-Position von Hunden dabei.

Der japanische Physiker Kiyoshi Mabuchi freut sich über den Preis für seine Forschungen zur Glitschigkeit von Bananenschalen.
Der japanische Physiker Kiyoshi Mabuchi freut sich über den Preis für seine Forschungen zur Glitschigkeit von Bananenschalen.Foto: Reuters

Jesus-Toast, Schweinefleisch gegen Nasenbluten und pinkelnde Hunde: Zehn Forschungsarbeiten, die „erst zum Lachen und dann zum Denken anregen“, sind an der US-Eliteuniversität Harvard in der Nacht zum Freitag mit den Ig-Nobelpreisen ausgezeichnet worden. Zu der traditionell schrillen Gala mit mehr als 1000 Zuschauern, die zum 24. Mal stattfand, reisten auch echte Nobelpreisträger an.

In diesem Jahr gehörte zu den Preisträgern auch die deutsche Biologin Sabine Begall von der Universität Duisburg-Essen. Gemeinsam mit Kollegen hatte sie herausgefunden, dass Hunde sich beim Verrichten ihres Geschäfts an der Nord-Süd-Achse des Magnetfelds der Erde ausrichten. Nach ihrer Dankesrede verteilte Begall Plastiktüten für Hundekot im Publikum.

Die Erkenntnis, das Hunde einen Magnetsinn haben, hat die Wissenschaft und die Medien nach Angaben der Universität Duisburg-Essen „weltweit elektrisiert“. Ende letzten Jahres publiziert, sei die Studie im Netz mittlerweile fast eine Million Mal abgerufen worden. Die Forscher hätten sie bei internationalen Fachtagungen vorgestellt. In Harvard hatten sie für die Präsentation eine Minute Zeit. Dabei stellten sie mit selbst gebastelten Hunden, Kompassen und Magnetkurven die Ergebnisse der Studie nach.

Was im Gehirn von Menschen vorgeht, die auf Toast-Scheiben Jesus erkennen

Ein Team aus Japan wurde für eine Studie über die Gleitfähigkeit von Bananenschalen ausgezeichnet. Wissenschaftler aus China und Kanada bekamen einen Ig-Nobelpreis (ignoble bedeutet auf Deutsch unwürdig), weil sie erforschten, was in den Gehirnen von Menschen vorgeht, die das Gesicht von Jesus auf einem Stück Toast sehen.

Eine Gruppe von Forschern aus den USA und Indien wurde ausgezeichnet, weil sie getestet hatten, wie starkes Nasenbluten mit Streifen aus gepökeltem Schweinefleisch unter Kontrolle gebracht werden kann. „Und dabei bin ich doch Vegetarierin“, sagte die Forscherin Sonal Saraiya in ihrer Dankesrede. Zwei Norweger wurden geehrt, weil sie erforscht hatten, wie Rentiere auf als Eisbären verkleidete Menschen reagieren.

Insgesamt wurden bei der rund zweistündigen Gala zehn Ig-Nobelpreise verliehen. Die Trophäen bestanden in diesem Jahr aus einem Mensa-Tablett mit Besteck und Geschirr aus Plastik, dazu gab es eine Urkunde und eine Banknote über zehn Billionen simbabwische Dollar. Seit 2009 gibt es diese Währung faktisch nicht mehr. Mit ihr ist eine der höchsten Inflationsraten der Geschichte verknüpft. (dpa)

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