Hat Amerika zwei Urvölker? : Gene von der Osterinsel in Südamerika

Der norwegische Ethnologe Thor Heyerdahl hatte mit einer abenteuerlichen Floßfahrt zu beweisen versucht, dass Südamerika und die Osterinsel in Kontakt standen. Jetzt bestätigen Genanalysen den Forscher offenbar.

Sascha Karberg
Ein Bild des Häuptlings Brasil der Botocudos, eines Eingeborenenstammes in Brasilien, der den Erbgutanalysen zweier Schädel nach polynesischen Ursprungs sein soll.
Ein Bild des Häuptlings Brasil der Botocudos, eines Eingeborenenstammes in Brasilien, der den Erbgutanalysen zweier Schädel nach...Foto: Public Domain

Erbgutanalysen von 27 Rapanui weisen erstmals darauf hin, dass die Bewohner der Osterinsel zwischen 1300 und 1500 n. Chr. mit Ureinwohnern im 4000 Kilometer entfernten Südamerika Gene ausgetauscht haben.

Brasilianischer Einwohnerstamm ist polynesischen Ursprungs

Im Fachblatt „Current Biology“ schreibt das Forscherteam von Anna-Sapfo Malaspinas vom dänischen Zentrum für GeoGenetik, dass Lehrbuch-Theorien über die Besiedlung Amerikas nun überdacht werden müssen. In einem zweiten Artikel des Fachblatts präsentiert Malaspinas die Erbgutanalyse von zwei Botocudos-Schädeln. Demnach stammen diese brasilianischen Eingeborenen aus Polynesien und sind nicht mit amerikanischen Ureinwohnern verwandt.

Schon 1947 hatte der norwegische Ethnologe Thor Heyerdahl mit einer wochenlangen Überfahrt mit seinem Floß „Kontiki“ beweisen wollen, dass Polynesien und Südamerika in Kontakt standen.

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