Wissen : Hochdruck erhöht Krebsrisiko

Ein nicht oder schlecht kontrollierter Bluthochdruck ist mit einem zwei- bis dreifach erhöhten Nierenkrebsrisiko verbunden. Das ergab die „Epic“-Bevölkerungsstudie. Zudem zeigte sich, dass eine Blutdrucksenkung, zum Beispiel durch Medikamente, dazu beitragen kann, das Nierenkrebsrisiko von Hochdruckpatienten zu vermindern, berichtet das Team um Heiner Boeing vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke im Fachblatt „American Journal of Epidemiology“ (Band 167, Seite 438).

In den letzten 30 Jahren haben weltweit die Nierenkrebserkrankungen zugenommen, wobei Studien auf einen Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und erhöhtem Nierenkrebsrisiko hinweisen. Strittig war bislang, ob die Nierenkrebserkrankungen eher auf den Bluthochdruck an sich oder aber auf die Einnahme von blutdrucksenkenden Medikamenten zurückzuführen sind.

In der vorliegenden Untersuchung hatten Studienteilnehmer mit einem oberen „systolischen“ Blutdruck von mehr als 160 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) im Vergleich zu Teilnehmern mit normalen oder niedrigen Blutdruckwerten ein zweieinhalbfach erhöhtes Nierenkrebsrisiko. Bei Patienten mit einem unteren „diastolischen“ Blutdruck von mehr als 100 mm Hg erhöhte sich das Risiko um das 2,3fache im Vergleich zu Personen mit Werten von unter 80 mmHg.

Das höchste Risiko hatten Teilnehmer, die trotz Medikamenten unter hohem Blutdruck litten. Patienten, deren Blutdruck dagegen unter Kontrolle war und medikamentös gesenkt werden konnte, hatten im Vergleich zu unbehandelten Personen kein erhöhtes Risiko.

„Die Ergebnisse stützen die Hypothese, dass das Nierenkrebsrisiko hauptsächlich auf den hohen Blutdruck an sich zurückzuführen ist und Medikamente gegen Bluthochdruck helfen, das Krebsrisiko zu senken“, sagt Steffen Weikert, Erstautor der Studie. Tsp

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