Hochschule : Dieter Lenzen bleibt Präsident der Universität Hamburg

03.02.2012 15:18 Uhrvon und
Dieter Lenzen Foto: Mike Wolff TSP
Dieter Lenzen - Foto: Mike Wolff TSP

Lange hielt sich das Gerücht, der Erziehungswissenschaftler wolle Präsident der Hochschulrektorenkonferenz werden. Jetzt bekennt sich Lenzen zur Hansestadt - zur Freude des Astas

Dieter Lenzen will Präsident der Universität Hamburg bleiben. Er stehe nicht für das Amt des Präsidenten der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) zur Verfügung, erklärte Lenzen jetzt. Er reagiere mit seiner Pressemitteilung auf „gehäufte Anfragen“.

Dass Lenzen Interesse an dem Posten an der HRK-Spitze gehabt haben soll, war in den vergangenen Monaten immer wieder aus Hochschulkreisen zu hören. Dem Erziehungswissenschaftler, der seit 2007 Vizepräsident der HRK ist, waren gute Chancen eingeräumt worden. Die Nachfolge von Margret Wintermantel, die zum DAAD gewechselt ist, soll im April bestimmt werden. Lenzen selbst hatte auf Nachfrage des Tagesspiegels im November gesagt: „Ich kann mich dazu nicht äußern.

Lenzen war vor zwei Jahren von der Spitze der Freien Universität Berlin nach Hamburg gewechselt. Seine Amtszeit geht noch bis zum Februar 2016. Er hatte sich jedoch bald mit dem Hamburger Senat über Kürzungspläne gestritten. Jetzt erklärte Lenzen aber, die Bedingungen in der Hansestadt seien mittlerweile so gut, dass er bleiben wolle. Nachdem er mit dem Senat im Herbst 2011 eine Hochschulvereinbarung geschlossen hat, die seiner Uni einen stabilen Haushalt bis 2020 zusagt, „möchte ich der Universität für die kommenden Jahre weiterhin zur Verfügung stehen“, teilt Lenzen mit.

Im Asta hat man Lenzen einen vorzeitigen Abgang ohnehin nicht zugetraut: „Das hätte nicht zu ihm gepasst, so wie er sich in die Reformprojekte gestürzt hat“, sagt die Asta-Vorsitzende Luise Günther auf Anfrage. „Es ist gut, dass er bleibt.“ Zwar beobachteten die Studierendenvertreter Lenzen durchaus kritisch. Doch bemühe sich der Präsident ernsthaft, die gesamte Universität hinter sich zu bringen. Den Studierenden habe er zugesagt, Reformvorschläge zum Studium binnen eines Jahres umzusetzen. Gut angekommen seien auch seine jüngsten Äußerungen bei einer Podiumsdiskussion, wo er für „mehr Humboldt“ und „Entschleunigung“ in der Wissenschaft geworben habe. Redebedarf gebe es aber noch bei den Kompensationsmitteln, die der Hamburger Senat für die abgeschafften Studiengebühren zahlen will. Lenzen müsse noch überzeugt werden, dass die Studierenden über ihre Verwendung mitentscheiden dürften.

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