Hochschule : Studentenwerk gegen Studiengebühren

Die 58 Studentenwerke fordern die sofortige bundesweite Abschaffung von Studiengebühren. Mit Studiengebühren könne Deutschland könne das Ziel, 40 Prozent eines Abiturjahrgangs an die Hochschulen zu führen, nicht erreichen.

Die 58 Studentenwerke fordern die sofortige bundesweite Abschaffung von Studiengebühren. Mit Studiengebühren könne Deutschland das Ziel, 40 Prozent eines Abiturjahrgangs an die Hochschulen zu führen, nicht erreichen, sagte der Vorsitzende des Deutschen Studentenwerks, Rolf Dobischat, am Mittwoch nach einer Mitgliederversammlung in Berlin. Denn noch immer sei der Anteil von Studierenden aus einkommensschwachen Familien dramatisch klein: Von 100 Akademikerkindern studierten 83, aus Familien ohne akademische Tradition dagegen nähmen nur 23 von 100 Kindern ein Studium auf. Die Studienfinanzierung sei das entscheidende Kriterium für die Bildungswege nach dem Schulabschluss. Die steigenden Studierendenzahlen seien eine gute Nachricht, sagte Dobischat. Wie berichtet gibt es zum Wintersemester 385 500 Studienanfänger, und erstmals seit 2003 wird die Zahl von zwei Millionen Studierenden wieder überschritten.

Gleichzeitig plädieren die Studentenwerke für eine Deckelung der Rückzahlung von Studiengebühren-Krediten. Maximal 10 000 Euro sollte die Schuld betragen, denn die Rückzahlung belaste Familiengründung, Existenzgründung und den Berufseinstieg in hohem Maß.

Die soziale Komponente vermisst Dobischat auch bei den Verhandlungen über den Hochschulpakt II. Wenn für die Jahre 2010 bis 2015 mit 275 000 neuen Studienplätzen gerechnet werde, müssten die Wohnheimplätze entsprechend ausgebaut werden. Eine genaue Kostenschätzung will das Studentenwerk rechtzeitig zum Frühjahr 2009 vorlegen, bevor in der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern über den neuen Hochschulpakt entschieden wird. Mit Sicherheit wird das Studentenwerk hohe Millionenforderungen stellen, weil ein Viertel der Studierenden in Wohnheimen untergebracht ist. Die Studentenwerke fordern auch den Ausbau der Mensen und der Kinderbetreuung an den Hochschulen. Uwe Schlicht

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