Hochschulen : Die Zeit tickt für die Elite

2010 startet die zweite Runde der Exzellenzinitiative - dann müssen die Universitäten die ersten Antragsskizzen einreichen.

Tilmann Warnecke

Vor knapp einem Monat beschlossen die Regierungschefs von Bund und Ländern, die Exzellenzinitiative und die anderen großen Wissenschaftsprogramme fortzusetzen. Jetzt tickt die Zeit für die Universitäten, die sich auf die nächste Runde des Elite-Wettbewerbs vorbereiten. Bereits in gut einem Jahr sollen sie die ersten Antragsskizzen für die zweite Runde einreichen. Feststehen werden die Sieger zwei Jahre später, im Sommer 2012. Diesen Fahrplan gab Matthias Kleiner, der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), am gestrigen Donnerstag bekannt. Er erwarte nicht, dass der Umfang der Wissenschaftspakete nach der Bundestagswahl noch einmal zur Diskussion gestellt werde, sagte Kleiner.

Auch die zweite Runde der Exzellenzinitiative wird wieder in drei Förderlinien ausgetragen. Unis können sich um Graduiertenschulen, große Forschungsvorhaben („Exzellenzcluster“) sowie mit einem Zukunftskonzept um den Elite-Status für die Uni bewerben. Zu dem frühen Zeitpunkt im Herbst 2010 müssen die Hochschulen Antragsskizzen einreichen, die neue Graduiertenschulen und Cluster ins Rennen schicken wollen – sowie die, die sich neu um den Elite-Status bewerben. Das wären aus Berlin die HU und die TU, die beim ersten Mal mit ihren Zukunftskonzepten scheiterten.

Im Frühjahr 2011 fällt eine Vorentscheidung, welche dieser Hochschulen einen ausführlichen Antrag einreichen dürfen und so ins Finale des Wettbewerbs einziehen. Den ausführlichen Antrag müssen sie bis zum Herbst 2011 stellen.

Zu diesem Zeitpunkt müssen auch die Sieger der ersten Runde des Wettbewerbs erklären, ob sie mir ihren damals erfolgreichen Projekten erneut antreten. „Ich gehe davon aus, dass das alle sein werden“, sagte Kleiner. Beim Kampf um den Elite-Status muss aus Berlin dann also die in der ersten Runde erfolgreiche FU einen Antrag auf die Fortsetzung der Förderung stellen. Im Winter 2011/2012 werden die Fortsetzungsanträge und die neuen Anträge gemeinsam begutachtet. Die Sieger werden dann im Sommer 2012 verkündet, sie werden bis 2017 gefördert. Im März kommenden Jahres wollen die DFG und der Wissenschaftsrat beraten, wie die Kriterien angelegt sein müssen, damit alte und neue Projekte eine gleiche Chance haben.

Wie viele neue Projekte werden sich durchsetzen? Kleiner sagte, durch die Aufstockung des Etats von 1,9 auf 2,7 Milliarden Euro gebe es „genug Spielraum“: „Es wird einen fairen und harten Wettbewerb zwischen neuen und alten Projekten geben.“ Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern hatte sich darauf verständigt, dass es künftig „maximal 12“ Exzellenzuniversitäten geben soll. Darunter könnten „bis zu fünf“ neue sein. Bisher werden neun Unis für ihre Zukunftskonzepte gefördert. Projekte der ersten Runde, die die Gutachter nicht noch einmal überzeugen, erhalten eine Auslauffinanzierung. Zusätzliches Geld gibt es auch für die siegreichen Projekte der ersten Runde, deren Förderung bereits 2011 ausläuft. Sie werden bis 2012 verlängert.

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