Hochschulen : FU: Stiftung nur gegen mehr Geld

Nach der TU und der HU hat nun auch die Freie Universität ein Junktim in Sachen "Super-Stiftung" beschlossen.

Der Akademische Senat (AS) der Universität will der vom Berliner Wissenschaftssenator Zöllner geplanten Einrichtung für die Spitzenforschung nur zustimmen, wenn der Grundetat der FU nach 2009 deutlich wächst – nämlich um mindestens 38 Millionen Euro pro Jahr, entschied das Gremium am Mittwoch in enger Anlehnung an das vom AS der TU in der vergangenen Woche beschlossene Papier. Soviel benötigt die FU nach eigenen Rechnungen, um angesichts der anstehenden Tariferhöhungen, der wachsenden Pensionslasten und Preissteigerungen auch nur ihren Status Quo halten zu können.

Sollte die FU alle eingeworbenen Projekte aus der Exzellenz-Initiative nach Auslaufen der Fördermittel selbst verstetigen müssen, würden zusätzlich zehn bis 15 Millionen Euro im Jahr fällig. FU-Kanzler Peter Lange nannte seine Rechnung „konservativ“. Die Universität sei in vielen Bereichen „dramatisch unterfinanziert“, daran habe man sich aber gewöhnt. Sollte der Senat keinen Mittelaufwuchs gewähren, müsse die FU 60 weitere Professuren streichen, „ganze Disziplinen“ müssten abgewickelt werden. Lange sagte, angesichts der „gewaltigen Beträge“, die alle Berliner Hochschulen in den nächsten Jahren zusätzlich bräuchten, könnten sie jetzt nicht „dankbar das Geschenk“ einer „Super-Stiftung“ für die Förderung einzelner Projekte annehmen. Wenn das Abgeordnetenhaus über den Haushalt entscheide, werde dort argumentiert werden: „Wieso, ihr habt doch gerade Geld bekommen.“

Für die „Super-Stiftung“ sind in den ersten zwei Jahren je 35 Millionen Euro eingeplant, in den zwei folgenden je 45 Millionen. FU-Präsident Dieter Lenzen sagte, eigentlich hätte der Berliner Senat der Freien Universität nach ihrem Erfolg im Exzellenz-Wettbewerb zusätzliche Mittel geben müssen. Da dies aber nicht geschehen sei, sei ein Wettbewerb um Gelder in der „Super-Stiftung“ die zweitbeste Lösung. Allerdings müssten die Universitäten auch wettbewerbsfähig gehalten werden.

Der AS will über das Konzept der „Super-Stiftung“ weiterdiskutieren, wenn die Uni-Etats für die Zeit nach 2009 feststehen. FU-Präsident Lenzen hat den Wissenschaftssenator gebeten, die Verhandlungen für die Hochschulverträge sofort aufzunehmen. akü

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