Hochschulen : Mehr Lehrer und mehr Studierende für Berlin

Die Verhandlungen über die Berliner Hochschulverträge für die Jahre 2010 bis 2013 haben eine weitere Hürde genommen - bald soll es bis zu 6000 Plätze mehr für Studienanfänger geben.

Anja Kühne

Die Verhandlungen über die Berliner Hochschulverträge für die Jahre 2010 bis 2013 haben eine weitere Hürde genommen. Anfang des Monats war bereits der gesamte Zuschuss auf zusätzliche 334 Millionen Euro festgelegt worden. Nun haben Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner und die Hochschulen Näheres verabredet. Der paraphierte, also vorläufig unterzeichnete, Vertragsentwurf soll nun dem Senat, dem Abgeordnetenhaus und den Hochschulgremien vorgelegt werden.

Die FU soll (nach von der Senatsverwaltung nicht bestätigten Angaben) im Jahr 2010 einen Zuschuss von 272,8 Millionen Euro bekommen, die HU 193,8 Millionen Euro und die TU 254 Millionen Euro. Im Jahr 2010 wächst der Zuschuss für die FU auf 276,9 Millionen Euro, für die HU auf 196,7 Millionen Euro und für die TU auf 257,8 Millionen Euro. Die TU bekommt somit erst 15 und dann 17 Millionen mehr als in diesem Jahr, für die anderen Unis ergeben sich ähnliche Aufwüchse. Die unterschiedliche Höhe der Zuschüsse ergibt sich aus unterschiedlichen Belastungen.

Mit wie viel Geld die Hochschulen in den Jahren 2012 und 2013 rechnen können, wissen sie noch nicht. Denn dann tritt Zöllners neues „Preismodell“ in Kraft. Zwei Drittel der Mittel werden dann nach Leistung in Lehre und Forschung verteilt. So sollen die Hochschulen für jeden Studierenden im ersten Hochschulsemester und für jeden Absolventen in der Regelstudienzeit Geld bekommen. Auch Drittmittel werden mit Geld belohnt. Zöllner erlaubt den Hochschulen, selbst miteinander zu auszuhandeln, wie die einzelnen Parameter die unterschiedlichen Interessen am besten berücksichtigen können. Gelingt ihnen das bis zum Ende des Jahres nicht, soll ein Vorschlag des Senators „im Benehmen mit den Hochschulen implementiert“ werden.

Damit der doppelte Abiturjahrgang im Jahr 2012 bewältigt werden kann, sollen die Hochschulen 6000 Studienanfänger mehr aufnehmen als 2008 (das sind etwa 25 Prozent mehr). Die Zahl der Lehramtsabsolventen soll von jetzt 850 auf jährlich 1000 ab 2014 angehoben werden. Die Unis sollen Migranten zum Lehrerstudium motivieren.

Auch der Bildungsstreik vom Juni hinterlässt Spuren in dem Vertrag. Lehrveranstaltungen sollen systematisch evaluiert, die Gestaltung der Bachelor- und Masterstudiengänge soll mit den Studierenden diskutiert werden. Ab 2013 sollen die alten Studiengänge nicht mehr angeboten werden.

TU-Präsident Kurt Kutzler zeigte sich erleichtert über das Ergebnis der Verhandlungen. Zum ersten Mal gebe es mit neuen Hochschulverträgen keine weitere Sparrunde. Anja Kühne

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